Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2022 nominiert

© Giulia Del Piero

Villa Romana-Preis

 

Partner:
Villa Romana e. V.

© Giulia Del Piero

Die Künstlerinnen und Künstler Haure Madjid, Jasmina Metwaly, Neda Saeedi und Alexander Skorobogatov sind die Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2022. Von Februar bis November 2022 werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Villa Romana in Florenz leben und arbeiten. Der diesjährigen Jury gehörten Antonia Alampi (Kuratorin und Direktorin der Spore Initiative in Berlin) und der Künstler Hiwa K. an.

Der Villa Romana-Preis wird seit 1905 von dem gemeinnützigen Villa Romana Verein vergeben und ist mit einem zehnmonatigen Aufenthalt im Florentiner Künstlerhaus, einem Preisgeld sowie einer abschließenden Publikation verbunden.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut und der Villa Romana wird 2022 im dritten Jahr fortgeführt, in dem Neda Saeedi von beiden Instituten als International Research Fellow eingeladen wird.

Preisträgerinnen und Preisträger 2020

Haura Madjid
1975 in Sulaimanya in Kurdistan geboren, studierte in seiner Heimatstadt sowie an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo er heute lebt. In seiner Malerei dekontextualisiert er arabische Ornamentik und westliche Figuration und geht der Frage nach, wie Bilder aus verschiedenen Kulturen Form annehmen. In langfristig angelegten Serien überträgt er Erinnerungsbilder in Malerei. In einer Folge von 15 überlebensgroßen Portraits erinnert er u. a. die Gruppe seiner Freunde, Künstler, Poeten in Nord-Kurdistan Anfang der 1990er Jahre. Haure Madjid stellte seine Malerei u. a. im Institut du Monde Arabe in Paris (2018) aus, in der Ausstellung Imago Mundi 2017 in Venedig und in der Zitadelle von Erbil (2013).

Jasmina Metwaly
1982 in Warschau geboren, studierte am Central Saint Martins College in London und lebte lange in Kairo, bis sie die Stadt nach dem Scheitern des sogenannten Arabischen Frühlings verließ. Sie lebt heute in Berlin. Während sie in Kairo als Filmemacherin und Mitbegründerin des Mosireen Kollektivs und des Medienarchivs 858.ma aktiv war, widmet sie sich in den letzten Jahren in Audio- und Videoarbeiten der Stimme von Menschen und ihren unerhörten Geschichten. In Rechercheprozessen geht sie der Frage nach, wie Bilder gesammelt und archiviert werden und wie sie – reaktiviert – neue Bedeutungen finden können. Jasmina Metwaly nahm international an zahlreichen Ausstellungen und Screenings teil und hatte Einzelausstellungen u. a. in den Kunst-Werken Berlin (2020) und im Hammer Museum, Los Angeles (2019/2020). 2015/2016 war sie Ko-Kuratorin des Imaginary School Programme im Ausstellungsraum Beirut in Kairo.

Neda Saeedi
1987 in Teheran geboren, studierte an der Universität der Künste in Berlin bei Hito Steyerl. In aufwändigen Recherchen und präzisen Materialisierungen geht sie der Frage nach, wie Herrschaftsstrukturen sich bspw. in der Anlage von Gärten spiegeln oder wie Modernisierungsprojekte unter Shah Pahlavi in den 1970er Jahren nomadische Kulturen vertreiben und Monokulturen durchsetzen wollten. Saeedis Skulpturen, Environments und Installationen sind von einer starken Sensualität und Poesie geprägt. Sie nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil, so 2021 an der 5. Mardin Biennale in der Türkei, 2019 an der Ausstellung The Long Term You Cannot Afford – On Distribution of the Toxic bei Savvy Contemporary in Berlin sowie 2018 an der Lulea Biennale in Schweden.

Alexander Skorobogatov
1983 im russischen Madyn geboren, lebt seit den 1990er Jahren in Deutschland und studierte an der Kunsthochschule Mainz, an der Universität der Künste Berlin und am Central Saint Martins College in London. In seinen Zeichnungen, Malereien und Skulpturen spielt Alexander Skorobogatov mit scheinbar naiven Motiven, mit explosiven Farben und phantastisch bizzaren Inszenierungen. Seine Werke tragen ironische Titel, denen philosophische Gedanken zugrunde liegen. Alexander Skorobogatov ist auch als Kurator tätig und stellte seit 2009 an vielen Orten in Deutschland und Europa aus, 2021 u. a. im Sexauer Showroom in Berlin und in der Luigi Solito Galleria Contemporanea in Neapel.

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis ist der älteste deutsche Kunstpreis und wird seit 1905 an herausragende, in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler verliehen. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld und ein zehnmonatiger Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz verbunden. Die vier Preisträgerinnen und Preisträger, die von einer jährlich wechselnden Jury nominiert werden, haben vor Ort die Möglichkeit, sich künstlerisch weiterzuentwickeln und zu vernetzen. Ihre Arbeit wird in Ausstellungen in Florenz und in Deutschland der Öffentlichkeit präsentiert. Zum Abschluss ihres Aufenthalts konzipieren sie eine Publikation in Form eines Künstlerbuchs. Die Villa Romana wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen die Villa Romana als einer der Hauptförderer.

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