© Giulia Del Piero

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Den Preis erhielten Künstlerinnen und Künstler wie Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Georg Baselitz, Anna Oppermann, Michael Buthe und viele weitere, die die Kunstgeschichte der Moderne geprägt haben. Verliehen wird der Villa Romana-Preis jedes Jahr an vier Künstlerinnen und Künstler, die in Deutschland leben. Für die Dauer von zehn Monaten steht ihnen ein Studio-Appartement im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Ausstellungen in Florenz und in Deutschland stellen die Werke der Preisträgerinnen und Preisträger vor. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation.

Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen die Villa Romana als Hauptförderer. Die Villa Romana ist damit das älteste von der Deutschen Bank und ihren Stiftungen geförderte Projekt. Ein weiterer langjähriger Hauptförderer ist die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Projektname:

Villa Romana-Preis

Projektpartner:

Villa Romana e. V.

Projektlaufzeit:

seit 2005 (zuvor Förderung durch die Vorgängerstiftungen)

nächste Termine:

08.-10.11.2019 | Symposium TRANSVERSE TRAJECTORIES

12.11.2019 | Buchpräsentation Non Garden Book Villa Romana

08.11.-31.12.2019 | Ausstellung Seeds for Future Memories

Preisträgerinnen und Preisträger 2019

Rajkamal Kahlon

Lebt nach einem Studium in Kalifornien und New York heute in Berlin. Kahlon zitiert und überzeichnet historische Druckgrafiken aus der kolonialen Propaganda, Ethnografie und Rassenkunde. Mittels Freistellungen, Vergrößerungen und zusätzlicher Details seziert sie deren einst illustrative Funktion und rehabilitiert so Körper, Geschichten und Kulturen, die vergewaltigt oder ausgelöscht wurden. Das Weltmuseum Wien lud sie 2017 zu der noch laufenden Einzelausstellung Staying With Trouble ein, mit der sie die fotografischen Sammlungsbestände interpretierte. Der Titel der Ausstellung verweist auf die Biologin und Wissenschaftsphilosophin Donna Haraway, deren Werk Kahlon in ihrem Arbeitsprozess beeinflusst hat.

KAYA

Kaya ist ein 2010 initiiertes, gemeinschaftliches Projekt von Kerstin Brätsch und Debo Eilers. Beide Künstler arbeiten sowohl eigenständig wie in kollaborativen Projekten. Während Kerstin Brätsch mit der Malerei als einem wandelbaren und körperbezogenen Medium operiert, arbeitet Debo Eilers eher mit skulpturalen Spannungsverhältnissen. KAYA versteht sich als ein „kumulatives Projekt“: jede neue Manifestation ist auf allen vorhergehenden Ausführungen der Kollaboration aufgebaut. Arbeiten von KAYA sind zur Zeit in der Fondazione Memmo in Rom zusehen. 2017 stellte KAYA im Museum Brandhorst in München aus und gab dazu einen Workshop im Museo Madre in Neapel. 2015 organisierte KAYA das KAMP KAYA in der KUB Arena des Kunsthauses Bregenz.

Marcela Moraga

Studierte in Chile und Deutschland und lebt heute in Berlin. Sie arbeitet mit Performances, Video und Installationen über die Ordnung von und die Bewegung in öffentlichen Räumen sowie das Verhältnis von Kultur und Natur. Sie fokussiert sich dabei auf ephemere, undefinierte Räume, um dort Beziehungen zu aktivieren. Moraga arbeitet auch mit Textilien, die sie als verwobene Räume begreift, die als Objekt, Architektur oder zweidimensionales Bild gelesen werden können. Sie hatte Einzelausstellungen in Berlin, Santiago de Chile und Hamburg und nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen in Frankreich, Deutschland, Holland, Brasilien, Chile, Ägypten und Südkorea teil.

Christian Naujoks

Ist Soundkünstler und Komponist. Er studierte in Leipzig und Weimar und tritt sowohl in Ausstellungen als auch mit Performances und Konzerten auf. Dabei kooperiert er oft auch mit anderen Künstlern, wie derzeit mit Ei Arakawa & Sarah Chow im Kunstverein in Düsseldorf oder im vergangenen Jahr mit Ei Arakawa und Dan Poston bei den Skulptur Projekte Münster. Naujoks arbeitet in seinen Kompositionen mit der Mimikry von Prototypen, die er in neue Zusammenhänge bringt, seien es solche der ernsten Musik oder des Pop, der Modernisten oder Romantiker.

Preisträgerinnen und Preisträger 2020

Özlem Altin

Studierte 2000 bis 2003 an der ArtEZ Hogeschool voor de Kunsten, Arnheim und 2004 bis 2006 am Piet Zwart Institute, Rotterdam. 2007 gründete sie den Verlag für Künstlerbücher Orient Press, Berlin. Özlem Altin nahm an der letzten Berlin Biennale 2018 teil und wird 2019 auf der Istanbul Biennale vertreten sein. Seit mehr als zehn Jahren stellt sie international aus. 2019 widmet ihr Kunst Meran eine Einzelausstellung, 2015 zeigte u. a. das Witte de With in Rotterdam eine monografische Ausstellung, 2010 die Fondazione Morra Greco in Neapel. Zudem war sie in sehr vielen Gruppenausstellungen vertreten, z. B. 2013 in Das Ende des 20. Jahrhunderts, Hamburger Bahnhof, Berlin und in Salon der Angst, Kunsthalle Wien. In Italien stellte sie u. a. 2010 in der NOMAS Foundation in Rom und 2016 in der Galerie SpazioA in Pistoia aus.

Lydia Hamann & Kaj Osteroth

Seit 2007 arbeiten Hamann & Osteroth als Malerinnen-Duo und befragen stereotypisierende Zuschreibungen, dominante eurozentristische Fiktionen, eigene Erfahrungen und Spielräume kollektiver Praxis. Kaj Osteroth studierte bei Stan Douglas an der Universität der Künste, Berlin. 2008 beendete sie ihr Kunstgeschichts- und Ethnologiestudium an der Freien Universität Berlin. Lydia Hamann studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften, bevor sie an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin bei Katharina Grosse, Antje Majewski und Judith Hopf studierte. 2019 nehmen die beiden u. a. an der Ausstellung Histórias Feministas / Feminist Histories im MASP, São Paulo, teil. 2018 waren sie auf der Berlin Biennale vertreten, 2017 mit Feministischer Kunstunterricht bei dem Festival The Future is Female in den Sophiensälen Berlin.

Alice Peragine

Studierte bis 2016 bei Michaela Melián an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 2010 schloss sie mit einem Bachelor of Arts in Kunstgeschichte/Bildende Kunst an der Universität Greifswald ab. 2019 beschäftigt sie sich in einer Ausstellung im Kunstverein Dresden mit Mobilitäts- und Sicherheitstechnologien, im vergangenen Jahr war sie an dem Forschungsprojekt Dear Humans (TU Dresden mit Altana Galerie, Dresden) beteiligt wie auch an der Bangkok Biennale. 2016 nahm sie am Hamburger Performance-Festival What Time Is It on the Clock of the World? teil, 2015 an der Ausstellung mit Symposium Don‘t touch, touch screen in den Kunst-Werke Berlin. Seit 2016 arbeitet Alice Peragine in verschiedenen Kontexten mit der Corporation of People‘s Situations (COPS), so 2019 bei der Transmediale, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2018 im Künstlerhaus Dortmund, 2017 im Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg.

Amelia Umuhire

Lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Berlin. 2015 schrieb und verfilmte sie ihre erste Webserie Polyglot, bei der sie in Berlin und London entwurzelte junge Künstler aus Ruanda mit der Kamera begleitete. Die Serie wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt, so z. B. beim Tribeca Film Festival und Geneva International Film Festival. Ihr experimenteller Kurzfilm Mugabo (2016) geht in Kigali der Frage nach, wie man in seine Heimat zurückkehren und mit der Vergangenheit umgehen kann. Er wurde u. a. beim Blackstar Film Festival ausgezeichnet und wird derzeit in Nordamerika u. a. am MOCA Los Angeles und dem Smithsonian African American Film Fest gezeigt. 2018 produzierte Amelia Umuhire das Radio-Feature Vaterland für den Deutschlandfunk, das die Geschichte ihres Vaters Innocent Seminega erzählt, der von Hutu-Extremisten umgebracht wurde. Anfang 2019 hatte sie ihre erste Einzelausstellung bei Decad Berlin.

Ausstellung Seeds for Future Memories

Gruppenausstellung u. a. mit Arbeiten der Villa Romana-Preisträgerinnen Lerato Shadi und Judith Raum in der ifa-Galerie Berlin (Juli bis August 2019)

Ausstellung Supplica per un’ appendice

Arbeiten der Villa Romana-Preisträgerinnen Jeewi Lee, Anna Möller, Eske Schlüters und Lerato Shadi im Kunstraum München (April bis Mai 2019)

Ausstellung Preisträgerinnen und -träger 2019

Arbeiten der Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2019 in Florenz (Februar bis März 2019)

Ausstellung Would Have Been | Open Studios

Arbeiten der Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2018 und Gastkünstlerinnen und -künstlern in Florenz (September 2018)

Ausstellung Il mondo in fuga

Arbeiten der Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2016 und 2017 im Schloss Corvey (Juni bis November 2018)

Villa Romana

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