28.09.2019 – EchoSpore | Sinfoniekonzert

Pianist Valère Burnon © Christian Nielinger

Daten im Überblick

Wo:
Tonhalle Düsseldorf
Großer Saal
Ehrenhof 1
40479 Düsseldorf

Wann:
28. September 2019
20.00 Uhr

Pianist Valère Burnon © Christian Nielinger

Ein Konzert der besonderen Art erwartet die Zuhörer am 28. September 2019 in Düsseldorf. Das Orchester der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (OdL) spielt unter der Leitung von Christian Ludwig die Fantasie für Klavier und Orchester von Theo Kreiten, das Concertino für Klavier und Orchester von Wladislaw Szpilman und die Sinfonie Nr. 5 e-Moll, op. 64 von Peter I. Tschaikowsky. Die Gewinner des Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerbs, Philipp Scheucher und Valère Burnon, treten als Solisten am Klavier auf. Das Sinfoniekonzert findet im Rahmen von EchoSpore statt.

Programm:

Fantasie für Klavier und Orchester von Theo Kreiten (Uraufführung)
Concertino 1940 von Wladyslaw Szpilman
Sinfonie Nr. 5 e-Moll, op. 64 von Peter I. Tschaikowsky

Über die Komponisten und Künstler

Valère Burnon

Der junge belgische Geiger und Pianist Valère Burnon (geboren 1999) hat seinen ersten Studienzyklus am königlichen Konservatorium von Lüttich absolviert und studiert seit 2018 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Das vielversprechende Nachwuchstalent wurde bereits bei mehreren internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Im März 2019 errang Burnon beim renommierten Concours International de Piano d’Epinal in Frankreich den ersten Platz. Zuvor erhielt er im Januar 2019 den zweiten Preis des Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerbs in Köln.

Theo Kreiten

Der 1887 geborene Theo Kreiten, Vater des von den Nationalsozialisten kurz vor Kriegsende ermordeten Ausnahmepianisten Karlrobert Kreiten, dem die Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT) alljährlich mit einem Klavierwettbewerb gedenkt, lebte und arbeitete als Pianist, Komponist und Dozent des Buths-Neitzel- Konservatoriums, einem der Vorläufer der heutigen Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Nach der Verurteilung und Hinrichtung seines Sohnes durch die Nationalsozialisten musste er mit seiner Familie ins Elsass emigrieren, kehrte aber nach Kriegsende wieder nach Düsseldorf zurück. 

1928 war Theo Kreitens Klavierkonzert in zwei Sätzen bereits in der Tonhalle durch die Düsseldorfer Symphoniker uraufgeführt worden. Kreiten selbst spielte den Solopart. Danach überarbeite er das Konzert und strich den ersten Satz. Aus dem Thema und den Motiven des zweiten Satzes komponierte er die erst jetzt im Archiv des Orchester der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (OdL) entdeckte Fantasie für Klavier und Orchester.

Philipp Scheucher

Der Pianist Philipp Scheucher (geboren 1993) schloss 2018 sein Klavierstudium an der Kunstuniversität Graz mit Auszeichnung ab und absolviert 2019 mit einem Konzertexamen sein Studium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er ist vielfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe und hat zuletzt, im Januar 2019, den Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerb in Köln für sich entschieden. Seine Konzerttätigkeit als Solist mit renommierten Musikerinnen, Musikern und Orchestern führt ihn inzwischen um die ganze Welt, darunter nach Japan, Südafrika, Kanada, Brasilien, Russland sowie in die Vereinigten Staaten.

Wladyslaw Szpilman

1911 in Sosnowiec geboren, erhielt der Pianist und Komponist Wladyslaw Szpilman seine musikalische Ausbildung zunächst an der Warschauer Chopin-Akademie, wo er bei Alexander Michalowski und Josef Smidovicz Klavier studierte. Er zog nach Berlin und setzte seine Studien bei Leonid Kreutzer und Artur Schnabel fort. Zudem studierte er Komposition bei Franz Schreker. 1933 kehrte Szpilman nach Polen zurück und begann eine glänzende Karriere als Pianist.

Mit der Besatzung Warschaus durch die Nationalsozialisten wurde 1940 der Stadtteil, in dem Szpilman lebte, zum Warschauer Ghetto erklärt. Im selben Jahr schrieb er das Werk Concertino für Klavier und Orchester. 1942 wurde seine Familie deportiert, ihm gelang anschließend die Flucht aus dem Ghetto. Er überlebte als einziges Familienmitglied den nationalsozialistischen Genozid durch die Hilfe des jüdischen und polnischen Widerstands und des Wehrmachtsoffiziers Wilm Hosenfeld.

Am 29. April 2001 wurde sein Concertino für Klavier und Orchester in Los Angeles durch das Jewish Symphony Orchestra uraufgeführt, initiiert durch Eric Randol Schoenberg, dem Enkel des Komponisten Arnold Schönberg. Vom Leben und der Musik Szpilmans erzählt Roman Polanskis Spielfilm Der Pianist (2002), mit dem Szpilans Concertino erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.

Peter. I. Tschaikowsky

Am 17. November 1888 leitet Peter. I. Tschaikowsky (geboren 1840) selber die Uraufführung seiner 5. Sinfonie. Tschaikowsky befindet sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Erfolgs. Seine Kompositionen werden von Publikum und Kritik gefeiert. Seelisch ist er jedoch in einer unglücklichen Stimmung, schwankt er zwischen Höhenflügen und tiefer Verzweiflung. Dabei hätte allein der Erfolg für sich und gegen alle Selbstzweifel Tschaikowskys sprechen müssen. Der Kritiker Josef Sittard bezeichnete das Werk sogar als eine der „bedeutendsten musikalischen Erscheinungen unserer Zeit“.

Über EchoSpore

Das Projekt EchoSpore der Hochschule für Musik und Tanz Köln widmet sich der Wiederentdeckung verfemter Komponistinnen und Komponisten und der Aufbereitung ihrer Werke. Ziel des Projektes ist es, eine nachhaltige öffentliche Aufmerksamkeit für die in Vergessenheit geratenen Musikerinnen und Musiker und ihre Kompositionen herzustellen. Es wird von der Stiftung Lichterfeld und der Deutsche Bank Stiftung unterstützt.