27.06.-19.07.2020 | Ausstellung Lerato Shadi “Batho ba me”

© Lerato Shadi, Batho Ba Me, Installationsansicht, 2020

Daten im Überblick

Wo:
Kunstverein Hamburg
Klosterwall 23
20095 Hamburg

Wann:
27. Juni bis 19. Juli 2020

© Lerato Shadi, Batho Ba Me, Installationsansicht, 2020

Von Juni bis Oktober 2020 zeigt der Hamburger Kunstverein Arbeiten der Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2018 in der Ausstellungsserie #UNFINISHEDTRACES. Der von den Künstlerinnen und Künstlern selbst gewählte Titel bezieht sich auf Gemeinsamkeiten in ihren Arbeiten, die auf unterschiedliche Weise eine Spurensuche verfolgen: Erinnerungen, nicht erzählte Geschichte(n), die eigene Biografie und der Versuch Abwesendes erfahrbar zu machen, sind inhaltliche Ankerpunkte der einzelnen Projekte.

Thematisiert werden folgende Fragen: Welche Formen des Handelns werden bei bestimmten Arbeiten, Formaten und Ausstellungssituationen von Künstlerinnen, Künstlern, Kuratorinnen, Kuratoren und Rezipientinnen und Rezipienten eingefordert und hervorgebracht? Welchen Austausch gibt es heute und welcher Austausch ist überhaupt möglich? Was sind aktuelle künstlerische Praxen und wie kann sich ein lebendiger Diskurs über unsere Zeit entspinnen?

Der Titel der ersten Ausstellung der Serie, Batho ba me, ist eine Floskel auf Setswana, die insbesondere als Ansprache in politischen Reden auftaucht und übersetzt in etwa „Mein Volk“ oder „Meine Mitmenschen“ bedeutet. Die Künstlerin Lerato Shadi nutzt seit einigen Jahren häufig Setswana, um Ausstellungen und Arbeiten zu benennen. Bereits über diese Sprachwahl stellt Shadi Fragen nach Inklusion und Exklusion: Wer wird auf welche Weise angesprochen und wer nicht? Setswana ist heute eine von elf Amtssprachen Südafrikas und wird von knapp 10% der Bevölkerung gesprochen. Zu Zeiten der Apartheid war Setswana eine der unterdrückten Sprachen des Landes.

Lerato Shadi lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst an der University of Johannesburg. Ihre künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Körperpolitiken. Themen sind institutionelle Gewalt, patriarchale und koloniale Strategien des Ausschlusses und Vergessens und resistente subjektive Narrationen. Shadi arbeitet mit verschiedenen Medien (Zeichnung, Performance, Film). Ihre Arbeiten waren bisher in zahlreichen internationalen Museen und Projekträumen sowie auf den Biennalen von Moskau und Dakar zu sehen.
Foto: © Lerato Shadi

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier Künstlerinnen und Künstler mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Apartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation. Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen als Hauptförderer die Villa Romana in Florenz. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Georg Baselitz.

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