Villa Romana-Preisträger 2019 nominiert - Deutsche Bank Stiftung

Villa Romana-Preisträger/innen 2019 nominiert

Villa Romana-Preis

 
Partner:
Villa Romana e. V.

© Ei Arakawa & Christian Naujoks, v. l. n. r. Warmhole Starshine #3 , Warmhole Starshine #2, Warmhole Starshine #1
2017, editions Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

Die Künstler/innen KAYA (Kerstin Brätsch und Debo Eilers), Marcela Moraga, Christian Naujoks und Rajkamal Kahlon sind die Villa Romana-Preisträger/innen 2019. Sie werden von Februar bis November 2019 in der Villa Romana in Florenz leben und arbeiten. Die diesjährige Jury des Villa Romana-Preises, die Künstlerin Maria Thereza Alves und Eva Birkenstock, Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf, wählten sie unter den dreizehn vorgeschlagenen Kandidat/innen aus.

Preisträger/innen 2019

KAYA ist ein 2010 initiiertes, gemeinschaftliches Projekt von Kerstin Brätsch und Debo Eilers. Beide Künstler arbeiten sowohl eigenständig wie in kollaborativen Projekten. Während Kerstin Brätsch mit der Malerei als einem wandelbaren und körperbezogenen Medium operiert, arbeitet Debo Eilers eher mit skulpturalen Spannungsverhältnissen. KAYA versteht sich als ein „kumulatives Projekt“: jede neue Manifestation ist auf allen vorhergehenden Ausführungen der Kollaboration aufgebaut. Arbeiten von KAYA sind zur Zeit in der Fondazione Memmo in Rom zusehen. 2017 stellte KAYA im Museum Brandhorst in München aus und gab dazu einen Workshop im Museo Madre in Neapel. 2015 organisierte KAYA das KAMP KAYA in der KUB Arena des Kunsthauses Bregenz.

Marcela Moraga studierte in Chile und Deutschland und lebt heute in Berlin. Sie arbeitet mit Performances, Video und Installationen über die Ordnung von und die Bewegung in öffentlichen Räumen sowie das Verhältnis von Kultur und Natur. Sie fokussiert sich dabei auf ephemere, undefinierte Räume, um dort Beziehungen zu aktivieren. Moraga arbeitet auch mit Textilien, die sie als verwobene Räume begreift, die als Objekt, Architektur oder zweidimensionales Bild gelesen werden können. Sie hatte Einzelausstellungen in Berlin, Santiago de Chile und Hamburg und nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen in Frankreich, Deutschland, Holland, Brasilien, Chile, Ägypten und Südkorea teil.

Christian Naujoks ist Soundkünstler und Komponist. Er studierte in Leipzig und Weimar und tritt sowohl in Ausstellungen als auch mit Performances und Konzerten auf. Dabei kooperiert er oft auch mit anderen Künstlern, wie derzeit mit Ei Arakawa & Sarah Chow im Kunstverein in Düsseldorf oder im vergangenen Jahr mit Ei Arakawa und Dan Poston bei den Skulptur Projekte Münster. Naujoks arbeitet in seinen Kompositionen mit der Mimikry von Prototypen, die er in neue Zusammenhänge bringt, seien es solche der ernsten Musik oder des Pop, der Modernisten oder Romantiker.

Rajkamal Kahlon lebt nach einem Studium in Kalifornien und New York heute in Berlin. Kahlon zitiert und überzeichnet historische Druckgrafiken aus der kolonialen Propaganda, Ethnografie und Rassenkunde. Mittels Freistellungen, Vergrößerungen und zusätzlicher Details seziert sie deren einst illustrative Funktion und rehabilitiert so Körper, Geschichten und Kulturen, die vergewaltigt oder ausgelöscht wurden. Das Weltmuseum Wien lud sie 2017 zu der noch laufenden Einzelausstellung „Staying With Trouble“ ein, mit der sie die fotografischen Sammlungsbestände interpretierte. Der Titel der Ausstellung verweist auf die Biologin und Wissenschaftsphilosophin Donna Haraway, deren Werk Kahlon in ihrem Arbeitsprozess beeinflusst hat.

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis ist mit einem zehnmonatigen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz, einem freien Atelier sowie einem monatlichen Stipendium verbunden. Er wird vom Verein Villa Romana ausgelobt. Hauptförderer sind die Deutsche Bank Stiftung und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die Villa Romana in Florenz ist ein Ort der zeitgenössischen, künstlerischen Produktion und des internationalen Austauschs. Kernaufgabe der Villa Romana ist seit 1905 der Villa-Romana-Preis. Oft wurde er KünstlerInnen am Beginn ihrer Karriere verliehen und hat so moderne Kunstgeschichte mitgeschrieben. Mit Ausstellungen, der Zuladung von internationalen Gastkünstlern und einem breiten Spektrum an Veranstaltungen betreibt die Villa Romana den Dialog mit Produzenten und Publikum, platziert sich im internationalen künstlerischen Kontext und fördert die Kommunikation mit den Kulturen des Mittelmeerraums.