Villa Romana-Preisträger/innen in Florenz

Villa Romana-Preis

Partner:
Villa Romana e. V.

v. l. n. r. Lerado Shati © Lerato Shadi, Viron Erol Vert © GiGi Spelsberg, Jeewi Lee © Kira Bunse, Christophe Ndabananiye © Tobias Keunecke

Zu Beginn ihres zehnmonatigen Aufenthalts in Florenz stellen sich die Villa Romana-Preisträger/innen 2018 mit neuen Arbeiten vor. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, 16. Februar 2018, in der Villa Romana in Florenz statt. Nominiert wurden die Künstler/innen Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Lerato Shadi und Viron Erol Vert  von den Juroren Nasan Tur (Künstler) und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung (Direktor von SAVVY Contemporary, Berlin und Curator at Large der documenta 14).

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier Künstler/innen mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Apartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation. Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen als Hauptförderer die Villa Romana in Florenz. Zu den Preisträger/innen gehören unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Georg Baselitz.

Preisträger 2018

Jeewi Lee, 1987 in Seoul geboren, studierte Malerei an der Universität der Künste Berlin sowie an der Hunter College University, New York und lebt in Berlin. In ihren ortsspezifischen Rauminstallationen, Aktionen und Bildserien arbeitet sie mit performativen oder alltäglichen Ereignissen, die im Werk nur als Spur wahrgenommen werden können. Die Spur zeugt von Bewegungen (im urbanen Raum wie in Ausstellungsräumen) und reflektiert zugleich den eigenen Produktionsprozess. Jeewi Lee beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen in Projekträumen und nahm 2014 und 2017 am Festival of Future Nows in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, teil.

Christophe Ndabananiye, 1977 in Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo geboren, lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin. Er studierte an der Hochschule der Bildende Künste in Saarbrücken. In einer Folge von Selbstportraits thematisierte er traumatische Erfahrungen von Flucht, Familie, Heimat, Muttersprache. Inzwischen ist der Schuh als Verkörperung von individueller Bewegung und Schwerkraft an die Stelle des Portraits getreten. In seinen neuen Malereien setzt er die Erinnerungsarbeit auf Papier und Styroporplatten fort. Christophe Ndabananiye war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter im Medienlabor zur Kunst Afrikas an der FU Berlin und nahm an verschiedenen Ausstellungen, u. a. bei SAVVY Contemporary Berlin und im Kunstraum Kreuzberg in Berlin teil.

Lerato Shadi, 1979 in Mafikeng, Südafrika geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst an der University of Johannesburg. Lerato Shadis künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Körperpolitiken, dem Körper der Frau, der schwarzen südafrikanischen Frau. Dabei geht es um institutionelle Gewalt, patriarchale und koloniale Strategien des Ausschlusses und Vergessens und resistente subjektive Narrationen. Shadi arbeitet in verschiedenen Medien (Zeichnung, Performance, Film). Ihre Arbeiten waren bisher in zahlreichen internationalen Museen und Projekträumen sowie auf den Biennalen von Moskau und Dakar zu sehen.

Viron Erol Vert, 1975 in Deutschland geboren, lebt und arbeitet in Istanbul und Berlin. Er studierte an der Universität der Künste Berlin sowie an der Königlichen Akademie Antwerpen und ließ weitere akademische Studien im Bereich Mode- und Textildesign folgen. Vert beschäftigt sich in seinen Objekten und Installationen mit Narrativen der mediterranen Geschichtsschreibung und übersetzt Charaktere in seine optischen Codes. In der Galerie Wedding installierte Vert jüngst ein Dreamatory, einen künstlerischen Schlafraum, in dem die Besucher ihren Träumen Raum im Alltag geben können. Vert hatte Einzelausstellungen u.a. im Künstlerhaus Stuttgart, in der Galerie Galerist in Istanbul und im Berghain in Berlin.