Villa Romana-Preisträger 2021 nominiert

oben, v. l. n. r.: Pauline Curnier Jardin, Lene Markusen ​© Andrea Avezzu, Saskia Allers, Collage Lene Markusen, 2020 | unten. v. l. n. r.: Musa Michelle Mattiuzzi, Giuseppe Stampone, Foto: João Henrique Machado; Archive © Studio Musa Michelle Mattiuzzi, Giuseppe Stampone

Villa Romana-Preis

 

Partner:
Villa Romana e. V.

oben, v. l. n. r.: Pauline Curnier Jardin, Lene Markusen ​© Andrea Avezzu, Saskia Allers, Collage Lene Markusen, 2020 | unten. v. l. n. r.: Musa Michelle Mattiuzzi, Giuseppe Stampone, Foto: João Henrique Machado; Archive © Studio Musa Michelle Mattiuzzi, Giuseppe Stampone

Die Künstlerinnen und Künstler Pauline Curnier Jardin, Lene Markusen, Musa Michelle Mattiuzzi und Giuseppe Stampone sind die Villa Romana-Preisträgerinnen und -träger 2021. Von Februar bis November 2021 werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Villa Romana in Florenz leben und arbeiten. Der diesjährigen Jury gehörten Susan Philipsz (Künstlerin und Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden), Peggy Buth (Künstlerin und Professorin für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Anselm Franke (Kurator und Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt in Berlin) und Marinella Senatore (Künstlerin) an.

Erstmals in der Geschichte der Villa Romana wird der Preis 2021 an einen italienischen Künstler vergeben. Zudem intensiviert sich die Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max Planck Institut und der Villa Romana, indem Musa Michelle Mattiuzzi gemeinsam als International Research Fellow eingeladen wird.

Preisträgerinnen und Preisträger 2020

Pauline Curnier Jardin
1980 in Marseille geboren, lebt in Berlin und Amsterdam. Sie arbeitet mit Installationen, Performances, Film und Zeichnungen und wurde 2019 mit dem Preis der Nationalgalerie in Berlin ausgezeichnet. Ihre Werke operieren mit visuellen, zum Teil grotesken Narrativen aus der Welt des Theaters, des Kinos, der Mythen. Sie konstruiert optische Opern, ethnografische Peepshows und ebenso farbenfrohe wie dunkle Musikfilme. 2017 war sie mit ihrer Installation Grotta Profunda, Approfundita auf der 57. Biennale in Venedig vertreten. Sie nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen und Festivals teil, so in der Tate Modern, International Film Festival Rotterdam, SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Performa 15, The Fondation Cartier pour l’Art Contemporain, Migros Museum of Contemporary Art, MIT List Visual Arts Center, Haus der Kulturen der Welt, Palais de Tokyo u. v. a.

Lene Markusen
1973 in Dänemark geboren, studierte, lebt und arbeitet in Hamburg. In ihrer künstlerisch-filmischen Arbeit geht sie von alltagsethnologischen und kinematographischen Blicken aus. Filme wie GRAD (2004) oder Sankt – Female Identities in the Post-Utopian (2017) spiegeln die gravierenden und konfliktreichen Veränderungen weiblicher Lebens-, Arbeits- und Konsumwelten aus postutopischer, feministischer und narratologischer Perspektive. Lene Markusen veröffentlichte jüngst das Künstlerbuch Sisters Alike. Female Identities in the Post-Utopian. Sie nahm in den vergangen Jahren u. a. an den Ausstellungsprojekten Books on Films, Spector Books/Cineding, Leipzig (2020), New Alphabet School, #Caring. Agro-zentrisches Denken: Wege zu einer kollektiven biografischen Imagination?, Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2020), Postcosmetic META-morphoses, BeFem Festival, Belgrad (2019) oder The Body as an Indexical Reader, Moscow Museum of Modern Art (MMOMA), Moskau (2018) teil. 2011 bis 2017 lehrte sie als Professorin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Musa Michelle Mattiuzzi
1983 in São Paulo geboren, lebt im brasilianischen Salvador. Sie ist Performerin, Autorin und Forscherin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich u. a. mit dem Körper der Schwarzen Frau und dem exotischen Ort, der ihr zugewiesen wird. Sie untersucht koloniale Wunden und die Entwicklung einer antikolonialen Poetik. 2016 nahm sie an der 32. Biennale von São Paulo teil und veröffentlichte dort im Political Imagination Workshop den Text merci beaucoup, blanco! Im folgenden Jahr 2017 lebte sie in Athen mit dem Capacete-Residenzprogramm documenta 14 und gewann mit ihrem Film Experiencing the Flooding Red den Preis für den besten Kurzfilm in der X Janela Internacional de Cinema de Recife. 2018 nahm sie wieder im Rahmen des Projekts Afro-affektive Affinitäten an der Biennale von São Paulo teil. 2017 bis 2019 war Mattiuzzi an dem Ausstellungsprojekt Liebe und Ethnologie – die koloniale Dialektik der Empfindlichkeit (nach Hubert Fichte) beteiligt, das im Haus der Kulturen der Welt in Berlin seinen Abschluss fand.

Giuseppe Stampone
1974 im französischen Cluses geboren, lebt in Rom und Brüssel. Seine künstlerische Arbeit sei es in Form von detaillierten kleinformatigen Kugelschreiber-Zeichnungen oder raumbezogenen Installationen ist von einer kritischen Auseinandersetzung mit den sogenannten Errungenschaften der westlichen Zivilisation und ihren Konsequenzen, wie Rassismus und Exklusion, geprägt. Er reinterpretiert Inkunabeln der europäischen Kunstgeschichte und befragt die Rolle der Künstlerinnen und Künstler, der Bildung und der Kollaboration. 2008 initiierte er, gemeinsam mit Maria Crispal, das Netzwerk Solstizio, in dem sich Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Stiftungen und Verbände gemeinsam mit globalen Themen wie Umwelt, soziale Konflikte und nachhaltige Ökonomien beschäftigen. Stampones Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen, Museen und Biennalen gezeigt, wie z. B. 2018 auf der Biennial of Architecture in Seoul, Süd-Korea, der 56. Venedig Biennale (2015), der Biennial of Kochi-Muziris, Kerala (2012), der 11. Biennale in Havanna oder der Liverpool Biennale (2010).

Über den Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier Künstlerinnen und Künstler mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Apartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation. Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen als Hauptförderer die Villa Romana in Florenz. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Georg Baselitz.

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