Stephan Malinowski erhält Deutschen Sachbuchpreis 2022

© Mo Wüstenhagen

Deutscher Sachbuchpreis

 

Partner:
Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

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Preisträger des Deutschen Sachbuchpreises 2022 ist Stephan Malinowski. Am Montag, 30.05.2022, überreichte ihm die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, die Auszeichnung für sein Werk Die Hohenzollern und die Nazis. Die Geschichte einer Kollaboration im Berliner Humboldt Forum. Hauptförderer der 2021 erstmals vergebenen Auszeichnung ist wie auch beim Deutschen Buchpreis die Deutsche Bank Stiftung.

Als Malinowski für seine Preisträgerrede ans Pult trat, zeigte er sich überrascht, dass die siebenköpfige Jury seine Arbeit für die Auszeichnung vorgesehen hatte. Sichtlich erfreut über die Anerkennung für sein 752 Seiten starkes Buch, empfahl er den vor Ort anwesenden Gästen wie auch den Zuschauerinnen und Zuschauern im Livestream dringlich, auch die übrigen nominierten Titel zu lesen, zu denen er inhaltlich verschiedene Brücken schlug.

Der in Edinburgh lehrende Historiker beschäftigt sich schon lange mit der Geschichte des Adels in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. So war er auch im Rechtsstreit zwischen dem Land Brandenburg und der Familie Hohenzollern als Gutachter tätig und beleuchtet die noch laufende Debatte über die Rolle der ehemals kaiserlichen Familie beim Aufstieg der Nationalsozialisten im letzten Teil des Buches.

Die Jury begründet ihre Wahl damit, dass „Stephan Malinowski ein ausgezeichnet recherchiertes und brillant erzähltes Buch über die Rolle der Hohenzollern seit 1918 geschrieben [hat…]. Das Buch verbindet soziale und politische Zeitgeschichte mit einem Familienporträt und ist zugleich eine glänzende Milieustudie konservativer und rechter Republikfeindlichkeit. Es zeichnet sich durch stringente Argumentation und souveräne Quellenkenntnis aus. Malinowski gibt eine überzeugende Antwort auf die Restitutionsforderungen der Hohenzollern und verteidigt zugleich die Wissenschaftsfreiheit gegen Widerstände.“

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Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder hatten seit Ausschreibungsbeginn 244 Titel gesichtet, die ab Mai 2021 erschienen. Aus diesen Sachbüchern erstellte die Jury eine acht Titel umfassende Nominierungsliste. Malinowski erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die sieben Finalistinnen und Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert:  Bettina Baltschev: Am Rande der Glückseligkeit. Über den Strand (Berenberg Verlag), Alice Bota: Die Frauen von Belarus. Von Revolution, Mut und dem Drang nach Freiheit (Berlin Verlag), Stefan Creuzberger: Das deutsch-russische Jahrhundert. Geschichte einer besonderen Beziehung (Rowohlt Verlag), Samira El Ouassil & Friedemann Karig: Erzählende Affen. Mythen, Lügen, Utopien – wie Geschichten unser Leben bestimmen (Ullstein Verlag), Ludwig Huber: Das rationale Tier. Eine kognitionsbiologische Spurensuche (Suhrkamp Verlag), Steffen Mau: Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert (Verlag C.H.Beck) und Natan Sznaider: Fluchtpunkte der Erinnerung. Über die Gegenwart von Holocaust und Kolonialismus (Carl Hanser Verlag).

Deutscher Sachbuchpreis

Der Deutsche Sachbuchpreis ist mit insgesamt 42.500 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden herausragende, in deutscher Sprache verfasste Sachbücher, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben. Eine unabhängige Jury wählt die Nominierten und die Preisträgerin oder den Preisträger. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 25.000 Euro, die sieben Nominierten erhalten je 2.500 Euro. Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Bank Stiftung, zudem unterstützt die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss die Auszeichnung. Schirmfrau ist Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Deutschlandfunk Kultur, der ORF und brand.eins sind Medienpartner des Preises.

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