Saša Stanišić zu Gast in Frankfurt

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Deutscher Buchpreis

 

Partner:
Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

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Der Applaus wollte nicht enden, als Saša Stanišić nach rund einer Stunde das Rednerpult verlassen und sich vor seinem Publikum verbeugt hatte. Erst als der diesjährige Preisträger des Deutschen Buchpreises nochmals sein Buch aufschlug, um eine weitere Szene aus seinem prämierten Titel Herkunft zu lesen, kehrte langsam wieder Ruhe im großen Saal in den Frankfurter Türmen der Deutschen Bank ein. Die Deutsche Bank Stiftung hatte als Hauptförderer der Auszeichnung zu einer öffentlichen Lesung mit dem Preisträger eingeladen. Viele waren dieser gefolgt, gut 270 Gäste wollten den erfolgreichen Autor einmal hautnah erleben.

Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführerin der Stiftung, Kristina Hasenpflug, legte Stanišić auch gleich mit vollem Elan los. Und so erlebte das Publikum auch weniger eine herkömmliche Lesung, der 31-jährige Schriftsteller erzählte mehr als das er las und brachte mit weitgreifender Gestik und Mimik den autobiographischen Text zum Leben.

Pointenreich trug Stanišić Szenen aus seiner Kindheit und Jugend vor, die sowohl in seiner alten Heimat Bosnien als auch seiner neuen Lebenswelt Deutschland angesiedelt waren, nachdem er als 14-Jähriger mit seiner Familie vor dem grausamen Bürgerkrieg geflohen war. Und so wechselten sich Lacher und betretenes Schweigen im Publikum stetig ab.

Die große Begeisterung der Gäste zeigte sich nicht zuletzt auch in der langen Schlange am Signiertisch, an dem Stanišić mit sichtlichem Interesse an seinem jeweiligen Gegenüber Widmungen in mitgebrachte oder vor Ort erworbene Bücher schrieb und Fragen beantwortete.

Vier Wochen zuvor war sein Titel mit dem Deutschen Buchpreis im Frankfurter Römer ausgezeichnet worden. Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass Stanišić mit seinem Roman Herkunft „ein so guter Erzähler [ist], dass er sogar dem Erzählen misstraut. […] Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen. Herkunft zeichnet das Bild einer Gegenwart, die sich immer wieder neu erzählt.“

Über den Deutschen Buchpreis

Der Deutsche Buchpreis zeichnet seit 2005 den „Roman des Jahres“ aus und ist schon bald nach seiner Einführung zu dem publikumswirksamen Preis für deutschsprachige Literatur avanciert. Vergeben wird der Preis von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Bereits seit 2014 ist die Deutsche Bank Stiftung Hauptförderer der Auszeichnung. Mit ihrem Engagement und eigenen Lesungsformaten eröffnet sie Räume für einen lebendigen literarischen Diskurs. Weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

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