© Felix Grünschloß / Schauspiel Frankfurt

Stimmen einer Stadt

Drei Jahre, neun Autor/innen, neun Stücke – die monodramatische Serie Stimmen einer Stadt bringt verschiedenste Frankfurter Biografien auf die Bühne. Dabei geht es nicht um dokumentarisches Theater, sondern um die poetische Überschreibung des Realen. Bekannte Prosaautor/innen lassen sich von Menschen der Stadt inspirieren und bringen deren Geschichten in eine dramatische Fassung. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden insgesamt neun Stücke geschrieben, so dass ein literarisch-dramatisches Kaleidoskop der Stadt entstehen kann.

Den Anfang machten in der Spielzeit 2017/2018 Wilhelm Genazino, Olga Grjasnowa und Teresa Präauer. Ein Trio, das kaum unterschiedlicher sein könnte. Zu dem Büchnerpreisträger und Altfrankfurter Wilhelm Genazino, der spätestens seit seinem Roman Ein Regenschirm für diesen Tag (2001) einer größeren Öffentlichkeit bekannt ist, gesellen sich mit Olga Grjasnowa und Teresa Präauer zwei der interessantesten jungen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Zusammen mit den Schauspieler/innen Friederike Becht, Matthias Redlhammer, Felix Rech begaben sich die drei Autor/innen auf Spurensuche.

Bei allen Stücken führt Anselm Weber, der Intendant des Schauspiel Frankfurt, Regie. Die Ausstattung übernimmt der Frankfurter Videokünstler Philip Bussmann. In der Spielzeit 2018/2019 werden die Autor/innen Martin Mosebach, Thomas Pletzinger und Antje Rávik Strubel Frankfurter Stimmen poetisch-dramatisch einfangen.

Die Deutsche Bank Stiftung ist der Hauptförderer des Gemeinschaftsprojekts von Schauspiel Frankfurt und Literaturhaus Frankfurt.

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Projektname:

Stimmen einer Stadt

Projektpartner:

Schauspiel Frankfurt, Literaturhaus Frankfurt

Projektlaufzeit:

seit 2018

nächste Termine:

06.04.2019: Stimmen einer Stadt – 3 Monodramen von Martin Mosebach, Thomas Pletzinger und Antje Rávik Strubel

Autor/innen 2017-2018

© Peter-Andreas Hassiepen

Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie in Frankfurt. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er als freier Journalist und Redakteur. Seit den 1970er Jahren ist er als Schriftsteller tätig. Er wurde durch seine Abschaffel-Trilogie über das Innenleben eines isoliert lebenden kleinen Angestellten bekannt. Neben Romanen und Essays hat er auch viele Hörspiele verfasst. Er war als Dozent für Poetik an den Universitäten in Paderborn, Frankfurt und Bamberg tätig. 2004 erhielt er den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, deren Mitglied er seit 1990 ist. Genazino wurde 2007 mit dem Kleist-Preis und 2010 mit dem Rinke-Sprachpreis ausgezeichnet. 2011 wurde er in die Berliner Akademie der Künste gewählt. 2016 erschien sein Roman Außer uns spricht niemand über uns. Sein neuer Roman Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze erschien im Frühjahr 2018. Für die monodramatische Reihe Stimmen einer Stadt verfasste er in der Spielzeit 2017/2018 den Monolog Im Dickicht der Einzelheiten.

© René Fietzek

Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbaidschan, geboren und kam 1996 mit ihren Eltern nach Frankfurt. 2005 studierte sie zunächst Kunstgeschichte und Slawistik, dann wechselte sie ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig, wo sie Literarisches Schreiben studierte. 2007 nahm Grjasnowa am Klagenfurter Literaturkurs teil, 2008 wurde sie Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 2011 erhielt sie das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Nach Studienaufenthalten in Polen, Russland und Israel begann sie das Studium der Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2010 erhielt sie den Dramatikerpreis der Wiener Wortstätten für ihr Debütstück Mitfühlende Deutsche. Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt wurde sie 2012 mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Sie erhielt 2015 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert Bosch Stiftung. Für die monodramatische Reihe Stimmen einer Stadt verfasste sie in der Spielzeit 2017/2018 den Monolog Der Absturz.

© Thomas Langdon

Teresa Präauer

Teresa Präauer ist Autorin und bildende Künstlerin und lebt in Wien. Sie studierte Malerei und Germanistik in Salzburg, Berlin und Wien. Ihre literarischen und bildnerischen Arbeiten stehen in engem Zusammenhang, z. B. kombiniert sie in ihrer ersten Publikation Taubenbriefe von Stimmen an anderer Vögel Küken Zeichnungen mit poetischen Kurztexten. Ihr Roman Für den Herrscher aus Übersee wurde zur Frankfurter Buchmesse 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Im Herbst 2014 erschien ihr Künstlerroman Johnny und Jean, ausgezeichnet mit dem Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015. Teresa Präauer wurde 2017 mit dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet. Im Sommersemester 2016 hatte sie eine Gastprofessur für Literatur an der Freien Universität Berlin inne. Für die monodramatische Reihe Stimmen einer Stadt verfasste sie in der Spielzeit 2017/2018 den Monolog Ein Hund namens Dollar.

Stimmen einer Stadt | Premiere am 05.05.2018