© IFRC

Nothilfe Somalia

Somalia zählt zu den heißesten Ländern der Erde mit einem größtenteils semiariden Klima. Seit Jahrzehnten werden die beiden jährlichen Dürreperioden in dem Land länger und trockener, in den beiden Regenzeiten gibt es nur geringen Niederschlag. Dieser ist für die Bevölkerung meist kaum ausreichend, um die langanhaltenden Trockenperioden zu überstehen. Die Lebensbedingungen in den semiariden und wüstenklimatischen Regionen des Landes sind dadurch extremer geworden. Seit 2015 bleibt der Regen weitestgehend aus, die akute Dürre bedroht die Lebensgrundlage der Somalier. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser wird erschwert, Ernten bleiben aus, ein Großteil der Viehherden verendet; das wiederum führt zu einem enormen Anstieg der Lebensmittel- und Trinkwasserpreise. Rund die Hälfte der Bevölkerung befindet sich aufgrund der Dürre in einer akuten Krisen- und Notsituation und ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Der damalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte 2017 angesichts der drohenden Hungerkatastrophe: „Nur mit schneller humanitärer Hilfe lässt sich eine Katastrophe noch größeren Ausmaßes verhindern. Denn Hunger wartet nicht auf eine politische Lösung.“ Er lud die großen Hilfsorganisationen aus diesem Anlass zu einem Krisentreffen nach Berlin ein. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) initiierte die Deutsche Bank Stiftung im selben Jahr eine Spendenaktion, in der jeder gespendete Euro von der Deutschen Bank Stiftung verdoppelt wurde. Insgesamt kamen rd. 437.000 Euro zusammen.

Damit die Spendengelder bedarfsgerecht vor Ort eingesetzt werden konnten, führte das Deutsche Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner, der Somalischen Rote Halbmond Gesellschaft (SRCS), in einem ersten Schritt Bedarfsanalysen durch und ermittelte, welche Familien in den Gemeinden dringend humanitärer Hilfe bedurften. In den Regionen Awdal, Woqooyi Galbeed und Togdheer wurden anschließend Cash Grants als Nothilfe eingeführt. Mit einem Zahlsystem per Mobiltelefon wurde so ermöglicht, dass die Familien selbstbestimmt entscheiden konnten, welche Lebensmittel sie benötigten, und diese an besser versorgten Märkten in größeren Ortschaften einfach und bargeldlos beschaffen konnten. Zudem wurden Hygienetrainings durchgeführt, um die Ausbreitung von Krankheiten angesichts des Wassermangels zu vermeiden.

p
Themenbereich:

Katastrophenhilfe

Projektname:

Nothilfe Somalia

Projektpartner:

Deutsches Rotes Kreuz 

Projektlaufzeit:

2017-2018

Weiterführende Links: