Musik wider das Vergessen

© Uwe Reczko

EchoSpore

 

Partner:
Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT Köln)

© Uwe Reczko

Preisträger des Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerbs am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ausgezeichnet.

Nach zweitägigen Wettbewerbskonzerten zeichnete die Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT Köln) am 27. Januar 2019 die Preisträger des Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerbs aus: Erster Preisträger wurde Philipp Scheucher, gefolgt von Valère Burnon und Jeongro Park. Die Studierenden überzeugten die international besetzte Jury insbesondere durch ihre Ausstrahlung und emotionale Risikobereitschaft auf der Bühne sowie die souveräne Präsentation ihres Repertoires.

Im anschließenden Preisträgerkonzert stellten die ausgezeichneten jungen Pianisten der Öffentlichkeit abermals ihr Können im Konzertsaal der Hochschule unter Beweis.

Nicht ohne Grund fand die Preisverleihung am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Denn der jährliche Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerb für Studierende der HfMT Köln mit Hauptfach Klavier ist ein Baustein des Projektes EchoSpore und dem 1943 von den Nationalsozialisten ermordeten Pianisten Karlrobert Kreiten gewidmet.

Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten bedeutete für viele – insbesondere jüdische – Musikerinnen und Musiker eine jähe Zäsur. Sie wurden verfemt, ausgegrenzt, verfolgt, ermordet, die Aufführung ihrer Werke verboten. Das Projekt EchoSpore der HfMT Köln widmet sich der Wiederentdeckung dieser Komponistinnen und Komponisten und der Aufbereitung ihrer Werke. „Es ist uns ein ganz wichtiges Anliegen, wieder Aufmerksamkeit für diese in Vergessenheit geratenen Kompositionen und die Menschen dahinter zu schaffen“, erläutert Dr. Kristina Hasenpflug, Geschäftsführerin der Deutsche Bank Stiftung, die das Projekt gemeinsam mit der Stiftung Lichterfeld fördert.

Neben dem Karlrobert Kreiten-Klavierwettbewerb und weiteren Konzertformaten ermöglicht die Online-Plattform von EchoSpore mit Audio- und Videodateien, biografisch-historischen Texten sowie Quellen und Links zu Partituren einen umfassenden Einblick in Leben und Werk verfemter Musikerinnen und Musiker. Darüber hinaus widmet sich die HfMT Köln der Transkription wiederentdeckter Manuskripte von Orchesterpartituren und ihrer Überführung in aufführungsfähige Partituren.