© Johanna Lohr
Der Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2026 geht an Marius Goldhorn mit seinem Roman „Die Prozesse“. Marius Goldhorn ist mit seiner Near-Future-Dystopie ein vielgestaltiger Gesellschaftsroman für das 21. Jahrhundert gelungen.
In reduzierter, zugleich poetisch verschlüsselter Sprache entwirft Goldhorn eine Welt, in der digitale Realitäten, Klimawandel, politische Kämpfe um Umverteilung und koloniale Wiedergutmachung ineinanderfließen. Vor dieser Kulisse erzählt Goldhorn in lakonischer Introspektive eine queere Liebesbeziehung. So entsteht ein Roman von komplexer Erzählkunst, der persönliche Beziehungen und globale Umbrüche ineinander verschränkt und seine Leser:innen mit großer atmosphärischer Dichte in den Bann zieht.
In diesem Jahr standen ebenfalls Nina Bußmann und Ozan Zakariya Keskinkılıç auf der Shortlist des Literaturpreises der deutschen Wirtschaft.
Zum dritten Mal erhielten die nominierten Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen einer öffentlichen Lesung dem Publikum vorzustellen: Am 7. Mai 2026 präsentierten sie ihre Texte in den Münchner Kammerspielen – gemeinsam mit Schauspielerinnen und Schauspielern des Ensembles, moderiert von der Literaturkritikerin Marie Schoeß.
Erstmalig tagte die Jury im Anschluss an die Lesung und verkündete die Entscheidung auf der Bühne. Die diesjährige Jury bestand aus Barbara Mundel (Intendantin Münchner Kammerspiele), Maryam Aras (Literaturkritikerin), Dr. Ronald Düker (Literaturkritiker) sowie Mitgliedern des Gremiums Literatur des Kulturkreises.
Literaturförderung Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft
Im Förderbereich Literatur werden seit Beginn der Gründung des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Autorinnen und Autoren ausgezeichnet. Neben den klassischen literarischen Gattungen stehen auch neuere Literaturformate im Förderfokus, darunter Texte von Bloggerinnen und Bloggern sowie zeitgenössische sprachliche Ausdrucksformen wie Slam-Poetry. Der mit 20.000 Euro dotierte Literaturpreis „Text & Sprache“ berücksichtigt alle Formen von Text und Sprache, um damit das Phänomen fließender Gattungsgrenzen abzubilden.


