Disk 21 – Projektwoche: Erleben im Dunkeln

© Olivia Lehmann

Große Aufregung und Begeisterung an der Hamburger Fritz-Köhne-Schule: Grund dafür war die neue Schulprojektwoche mit Disk 21, bei der rund 60 Schülerinnen und Schüler im ersten Piloten die Welt auf ganz neue Art und Weise erlebten, nämlich ohne zu sehen.

In der mobilen, aufblasbaren und gänzlich lichtlosen 70 Quadratmeter großen Blackbox entstand ein temporärer neuer Lernraum. Dort erfuhren die Kinder in völliger Dunkelheit, sich und andere neu wahrzunehmen. Zurück im Klassenzimmer wurde das Erlebte dann reflektiert und durch kreative Projekte direkt in den Schulalltag übertragen. Die Erfahrung dient so als Sprungbrett zur Förderung von Zusammenarbeit, Spracherwerb und inklusivem Verhalten.

„In dieser Woche haben wir Kinder erlebt, die über sich hinausgewachsen sind. Die Erfahrung in der Blackbox hat viel in Bewegung gebracht, zu tiefgründigen und überraschenden Erkenntnissen geführt und nachhaltige Impulse gesetzt. Disk 21 ist eine echte Bereicherung für unsere Schulgemeinschaft. Eine Wiederholung ist bereits in Planung“, sagt Manuela Peifer, Schulleitung der Fritz-Köhne-Schule.

Aktuell läuft bereits die nächste Projektwoche. Dieses Mal dürfen sich rund 80 Schülerinnen und Schüler an der Hamburger Grundschule an der Luruper Straße darauf freuen, neue Wege zu mehr Empathie, Zusammenarbeit und Kommunikation zu gehen.

Das Projekt Disk 21 wurde vom Mitgründer der seit über 30 Jahren etablierten und international bekannten Methode Dialog im Dunkeln, Prof. Dr. Andreas Heinecke, entwickelt: „Die Dankbarkeit der Kinder ist sehr berührend. Sie lernen am besten, wenn sie etwas hautnah erleben. In der Dunkelheit müssen sie sich aufeinander verlassen und neue Wege finden, um Probleme zu lösen. Darin liegt eine der wichtigsten Lektionen des Lebens. Gleichzeitig schließen wir an das bestehende Curriculum der Schulen an.“

Derzeit wird das neue Lernformat an Hamburger Grundschulen mit einem niedrigen Sozialindex pilotiert. Bei der pädagogisch begleiteten Erfahrung lösen Schülerinnen und Schüler in der mobilen Blackbox in völliger Dunkelheit Aufgaben, angeleitet von professionell ausgebildeten blinden Trainerinnen und Trainern. Diese ungewöhnliche Lernsituation schafft einen intensiven, nachhaltigen Perspektivwechsel: Gewohnte Verhaltensmuster greifen nicht mehr. Die Kinder und Jugendlichen erleben unmittelbar, wie es sich anfühlt, auf andere angewiesen zu sein – sie bauen Vertrauen auf, überdenken ihre Kommunikation und entdecken unbekannte Stärken.

Nach erfolgreicher Testphase soll Disk 21 in weiteren Hamburger Schulen sowie bundesweit einen wichtigen Beitrag zu mehr Inklusion für behinderte Menschen und zur Stärkung der Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen leisten.

Disk 21 ist als fünftägige Projektwoche konzipiert und flexibel an Stundenplan, Schulform und Klassengrößen anpassbar. Der konkrete Ablauf wird individuell mit den teilnehmenden Schulen abgestimmt.

 

DISK 21 – Dialog Skills für das 21. Jahrhundert

Die Probleme an deutschen Schulen sind vielfältig und komplex, insbesondere an solchen in einem schwierigen sozialen Umfeld. Viele junge Menschen stehen dort vor Herausforderungen wie prekären familiären Situationen, unzureichender Förderung für gleichberechtigte Teilhabe, beim Spracherwerb oder erfahren Diskriminierung und Ausgrenzung. Dem begegnet der Verein Dialog im Dunkeln mit seinem neuen Projektansatz DISK 21 – Dialog Skills für das 21. Jahrhundert. Die Deutsche Bank Stiftung fördert das Projekt seit 2026.

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