Anne Weber erhält Deutschen Buchpreis 2020

Buchpreisträgerin Anne Weber © vntr.media

Deutscher Buchpreis

 

Partner:
Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

 

Buchpreisträgerin Anne Weber © vntr.media

Die Überraschung stand Anne Weber ins Gesicht geschrieben, als die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friederichs, den Namen der diesjährigen Buchpreisträgerin verkündete.

Sichtlich bewegt dankte die Autorin, die für ihren Roman „Annette, ein Heldinnenepos“ ausgezeichnet wurde, der französischen Résistancekämpferin Anne Beaumanoir, deren Leben die Vorlage ihres epischen Romans bildet, und ihrem Verlag.

Und wenn der Applaus im Kaisersaal des Frankfurter Römers in diesem Jahr nicht ganz so laut schallte, lag es nicht an der mangelnden Zustimmung der Anwesenden, sondern daran, dass aufgrund der Coronapandemie nur ein Bruchteil der sonst Teilnehmenden bei der Preisverleihung vor Ort dabei sein konnte.

Der „Roman des Jahres“ widmet sich in epischer Versform dem Leben Beaumanoirs, die 1923 in der Bretagne geboren wird und in einfachen Verhältnissen aufwächst. Schon als Jugendliche ist sie Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille. 1959 wird sie zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung.

Die siebenköpfige Jury begründete ihre Wahl wie folgt: „Die Kraft von Anne Webers Erzählung kann sich mit der Kraft ihrer Heldin messen: Es ist atemberaubend, wie frisch hier die alte Form des Epos klingt und mit welcher Leichtigkeit Weber die Lebensgeschichte der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir zu einem Roman über Mut, Widerstandskraft und den Kampf um Freiheit verdichtet. ‚Annette, ein Heldinnenepos‘ ist eine Geschichte voller Härten, die Weber aber mit souveräner Dezenz und feiner Ironie erzählt.“

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Bov Bjerg (Serpentinen), Dorothee Elmiger (Aus der Zuckerfabrik), Thomas Hettche (Herzfaden), Deniz Ohde (Streulicht) und Christine Wunnicke (Die Dame mit der bemalten Hand).

Anne Weber erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalistinnen und Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisträgerin wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 206 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2019 und dem 15. September 2020 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Jurorinnen und Juroren sechs Titel für die Shortlist gewählt.

Mitglieder der diesjährigen Jury waren: Katharina Borchardt (Literaturredakteurin, SWR2), Hanna Engelmeier (Kulturwissenschaftliches Institut Essen und Autorin), David Hugendick (Literaturredakteur, Zeit Online), Chris Möller (Literaturvermittlerin bei Kabeljau & Dorsch, Berlin), Maria-Christina Piwowarski (Buchhandlung ocelot, Berlin), Felix Stephan (Literaturredakteur, Süddeutsche Zeitung) und Denise Zumbrunnen (Buchhandlung Never Stop Reading, Zürich).

Deutscher Buchpreis

Der Deutsche Buchpreis zeichnet seit 2005 den “Roman des Jahres” aus und ist schon bald nach seiner Einführung zu dem publikumswirksamen Preis für deutschsprachige Literatur avanciert. Vergeben wird der Preis von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Bereits seit 2014 ist die Deutsche Bank Stiftung Hauptförderer der Auszeichnung. Mit ihrem Engagement und eigenen Lesungsformaten eröffnet sie Räume für einen lebendigen literarischen Diskurs. Weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

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