20.07.2019 – Performance “state of the wind”

Lerato Shadi, Moremogolo (Go Betlwa Wa Taola), Videostill, 2016 © dewil.ch (cc by-nc-nd 4.0 int)

Daten im Überblick

Wo:
München, Olympiapark
Treffpunkt: gegenüber SEA LIFE/Aquarium

Wann:
20. Juli 2019
18.00 Uhr

 

Lerato Shadi, Moremogolo (Go Betlwa Wa Taola), Videostill, 2016 © dewil.ch (cc by-nc-nd 4.0 int)

In der Performance-Reihe En Plein Air 2019 präsentiert der Kunstraum München diesen Sommer mit Lerato Shadi und Justin Randolph Thompson zwei Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit von der Erfahrung der Blackness in Geschichte und Gegenwart geprägt ist. Das Gastprojekt findet in Kooperation mit der Villa Romana statt und wurde von Emily Barsi und Angelika Stepken kuratiert.

Erstmals haben sich der in Florenz lebende afro-amerikanische Künstler Justin Randolph Thompson und die in Berlin lebende südafrikanische Künstlerin Lerato Shadi zu einer gemeinsamen Performance verabredet. Sie lernten sich 2018 in Florenz kennen und schätzen, als Lerato Shadi dort als Villa Romana-Preisträgerin lebte und arbeitete.

Ihre gemeinsame Performance in München state of the wind  ist eine vom Betrachter generierte Arbeit, die Präsenz als Protest und die Fragilität nationalistischen Eigentums in sich vereint. Ausgehend von der Geschichte der Olympischen Spiele und der Reibung zwischen Demonstration und Widerstand nutzt die Arbeit den hierarchischen Rahmen des Podests, um über soziale und spirituelle Höhen nachzudenken. Sound wird zu einem Marker bei der Performance oder Nicht-Performance der Künstler. Er ermöglicht eine Meditation über die Arbeit der Performance und die gesellschaftliche Hyperkontextualität des schwarzen Körpers.

In den Werken von Lerato Shadi geht es um Gewalt, eine jahrhundertealte Geschichte von Gewalt, Verachtung und Entrechtung, von der es nicht einmal Zeugen und Aufzeichnungen gibt, denn diejenigen, die sie erlebt haben, waren nicht diejenigen, die die Geschichte geschrieben haben. Lerato Shadi thematisiert in ihren Videos, Performances und installativen Arbeiten ‚Black Feminism‘, die ausgelöschten Lebenswege schwarzer Frauen, deren Stimmen zum Schweigen gebracht wurden.

Der Bildhauer, Medienkünstler und Musiker Justin Randolph Thompson untersucht die Bedeutung kultureller Relikte und deren Transformation durch Vertreibung und Diaspora. Mit seiner oft kollaborativen und interdisziplinären Praxis schafft er Plattformen und Gemeinschaften als temporäre Monumente. Mit hybriden, nicht-linearen Verbindungen zwischen Geschichte und Gegenwart untersucht er sozio-kulturelle Schichtenbildungen und hierarchische Organisation. Justin Randolph Thompson ist Mitgründer des Black History Month Florence.

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier Künstlerinnen und Künstler mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Apartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation. Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen als Hauptförderer die Villa Romana in Florenz. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Georg Baselitz.