14.09.2018 – Podiumsdiskussion “Wohnungslos in Berlin”

 

Daten im Überblick

Wo:
Berliner Ensemble
Kleines Haus
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin

Wann:
14. September 2018
19.00 Uhr

 

© Clemens Kreuer (CC0) via Unsplash

In Berlin fehlt es an bezahlbarem Wohnraum. Die Mieten steigen exorbitant. Sozialwohnungen sind auch in Berlin – “arm aber sexy” – nicht wirtschaftlich. Für Hartz- IV- BezieherInnen, alte Menschen, Alleinerziehende und Obdachlose findet sich keine Lobby. Systematisch werden Menschen, die sich nicht ökonomisch verwerten lassen, an die Ränder unserer Gesellschaft verdrängt. Im Anschluss an die Diskussion folgt ein Konzert des integrativen Chor- Projekts Different Voices of Berlin unter der Leitung der Sängerin Jocelyn B. Smith.

Mit: Karen Breece, Alexander Fischer (angefragt), Barbara John, André Neupert, René Wallner

Die Veranstaltung Wohnungslos in Berlin findet als Rahmenprogramm zur Aufführung Auf der Straße von Karen Breece statt.

Auf der Straße

Die Zahl der in Berlin Wohnungslosen ist seit 2015 von etwa 15.000 auf über 40.000 im vergangenen Jahr gestiegen. Warum wird ein Mensch wohnungslos? Wie lebt ein Obdachloser auf der Straße? Geht mit dem Verlust der festen Behausung eine schleichende Erosion von Identität und sozialer Kompetenz einher? Bedeutet der Verlust von Wohnraum den Verlust von Existenz?

Das (Dokumentar­-)Theater von Karen Breece entsteht stets auf der Grundlage von Interviews. Für Auf der Straße sprach sie mit Betroffenen und Personen, die sich in Politik, Verwaltung oder im Ehrenamt um Wohnungslose in Berlin kümmern. Die Interviews transkribiert Karen Breece, und überschreibt sie dann mehrfach, indem sie die Aussagen durch literarische, politische oder philosophische Verweise und Assoziationen neu kontextualisiert. Themen wie das Leben auf der Straße, Wohnungssehnsucht und persönliches Scheitern treffen auf die Herausforderungen und Hemmnisse einer formalisierten Armuts-­ und Wohnungspolitik.

Exzellenz-Reihe

Das Berliner Ensemble lädt seit 2017 für das Projekt Exzellenz-Reihe international renommierte Dramatiker/innen ein, ein neues Stück zu verfassen, das aktuelle gesellschaftspolitische Fragen verhandelt. Ziel der Reihe ist die Tradition des Brecht’schen Autorentheaters wiederaufleben zu lassen.

Berliner Ensemble

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Ensemble gegründet und ist eine der bekanntesten Bühnen weltweit. Geprägt wurde es von Bertolt Brecht als „Autorentheater“, in dem aktuelle, politisch relevante Stücke verhandelt werden. Zahlreiche namhafte Theatermacher wie Peter Zadeck, Heiner Müller oder Claus Peymann haben hier gewirkt.