10.04.-12.05.2019 – Ausstellung Supplica per un’appendice

Ketty La Rocca, Appendice per una supplica, 1971, emulgierte Leinwand, 61 x 97,7 cm. © The Ketty La Rocca Estate

Daten im Überblick

Wo:
Kunstraum München
Holzstraße 10 Rgb.
80469 München

Eröffnung:
10. April 2019 um 19.00 Uhr

Ausstellung:
11. April bis 12. Mai 2019
Mittwoch bis Sonntag
14.00-19.00 Uhr

Ketty La Rocca, Appendice per una supplica, 1971, emulgierte Leinwand, 61 x 97,7 cm. © The Ketty La Rocca Estate

Die Villa Romana-Preisträgerinnen Jeewi Lee, Anna Möller, Eske Schlüters und Lerato Shadi setzen sich mit dem Werk der italienischen Konzeptkünstlerin Ketty La Rocca auseinander. Ihre Arbeiten sind von April bis Mai 2019 in der Ausstellung Supplica per un’appendice im Kunstraum München zu sehen. 

2012 widmete das Künstlerhaus Villa Romana in Florenz mit Supplica per un’appendice der Künstlerin Ketty La Rocca erstmals eine Ausstellung und zeigte ihre Arbeiten zusammen mit Werken junger zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Der Ausstellungstitel referiert auf La Roccas Arbeit Appendice per una supplica (Anhang für eine Bittschrift), ein tonloser Schwarzweißfilm, der 1972 auf der Biennale in Venedig ausgestellt wurde. La Roccas Oeuvre, das in der kurzen Zeitspanne zwischen 1964 und 1976 entstand, umfasst Collagen, Skulpturen, Fotografien, Videofilme, Performances, Zeichnungen und Texte und kreist stets um die Differenz von Zeichen und Körper, Aneignung und Übertragung, Macht und Widerstand in dem Verlangen nach einer „anderen“ Sprache, die dem Nicht-Identischen Form gibt.

Im Kunstraum München wird Ketty La Roccas Werk nun von vier Villa Romana-Preiträgerinnen in einem aktualisierten Kontext beleuchtet. Anna Möller (Preisträgerin 2010) operiert in ihrer künstlerischen Arbeit mit Strategien des Entzugs von Sichtbarkeit, mit körperlichen Gesten und Verstellungen. Eske Schlüters (Preisträgerin 2009) verschleift Leerstellen filmischer Narration, um die Differenz zwischen den Bildern als nicht eingenommene Zone zu evozieren. Jeewi Lee (Preisträgerin 2018) beschäftigt sich mit der Materialität von Spuren und ihrer Spannung zwischen Anwesendem und Abwesendem. In Lerato Shadis Arbeiten (Preisträgerin 2018) geht es um diejenigen, die keine Spuren hinterließen, um ausgelöschte Lebenswege, um Black Feminism.

Anlässlich der Ausstellung wird das von Anna Möller initiierte und gestaltete Buch SUPPLICA PER UN’ APPENDICE vorgestellt. Es enthält Texte von Ketty La Rocca sowie Beiträge der Philosophin und Filmemacherin Eva Meyer und des Künstlers Josef Strau. Die 2018 von Angelika Stepken herausgegebene erste englischsprachige Monografie Ketty La Rocca: You – works and writings 1964 – 1976 dokumentiert das künstlerische Gesamtwerk mit zahlreichen Texten von Ketty La Rocca und Beiträgen von Emi Fontana, Pier Luigi Tazzi und Angelika Stepken und wird ebenfalls im Rahmen der Ausstellung präsentiert. Angelika Stepken (Leiterin der Villa Romana) und Emily Barsi (Vorstand des Kunstraums München) kuratieren die Ausstellung.

Villa Romana-Preis

Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier Künstlerinnen und Künstler mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Apartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium. Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation. Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen als Hauptförderer die Villa Romana in Florenz. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Georg Baselitz.