09.10.2019 – Premiere “Die Möglichkeit einer Insel”

© Rosan Harmens (CC0) via Unsplash

Daten im Überblick

Wo:
Berliner Ensemble
Großes Haus
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin

Wann:
09. Oktober 2019
19.30 Uhr

© Rosan Harmens (CC0) via Unsplash

Das Berliner Ensemble bringt im Herbst 2019 Michel Houellebeqs Roman Die Möglichkeit einer Insel auf die Bühne. Die Regie für die Aufführung führt Robert Borgmann. Entstanden ist die dramatische Fassung des Werks im Rahmen der Exzellenzreihe.

Die Möglichkeiten einer Insel

Fünftes Jahrtausend: Unsere Erde ist infolge von Kriegen, Atomexplosionen und einer verschobenen Erdachse klimatisch und geologisch mutiert. Die Meere sind bis auf kümmerliche Reste von Wasser verschwunden. Zwei Menschenarten existieren noch: die Wilden, die vorzivilisatorisch in Ruinen des 21. Jahrhunderts vor sich hin vegetieren, und die Neo-Menschen, die isoliert in autarken Hightech-Stationen leben. Der Neo-Mensch, aus gentechnischen Experimenten einer religiösen Sekte entstanden, deckt seinen Energiebedarf durch Fotosynthese. Gefühle wie Liebe oder Hass sind ihm fremd, er kommuniziert virtuell und verfügt über keinerlei körperliche Kontakte. Wenn ein Neo-Mensch stirbt, wird zeitgleich in Central City anhand des gespeicherten genetischen Codes eine 18-jährige Kopie  erzeugt und so der Tod nivelliert. Der Erzähler Daniel, ein tieftrauriger Komiker, blickt – bereits zum 24. Mal geklont – zurück auf unsere untergegangene Welt.

Die Möglichkeit einer Insel ist nicht nur Science-Fiction, sondern auch ein Roman über die gnadenlose Angst vor dem  Altern in einer Gesellschaft, in welcher das letzte Tabu die Unumkehrbarkeit der Vergänglichkeit ist. Die Lücke zwischen dem obsessiven Körperkult einer überalterten Gesellschaft und der Unmöglichkeit von Liebe lässt sich nicht mehr schließen, die ersehnte Insel des Glücks bleibt Illusion.

Besetzung und Regieteam
Regie: Robert Borgmann
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Rashad Becker
Licht/Video: Carsten Rüger
Dramaturgie: Amely Haag

Exzellenzreihe

Das Berliner Ensemble lädt seit 2017 für das Projekt Exzellenzreihe international renommierte Dramatikerinnen und Dramatiker ein, ein neues Stück zu verfassen, das aktuelle gesellschaftspolitische Fragen verhandelt. Ziel der Reihe ist die Tradition des Brecht’schen Autorentheaters wiederaufleben zu lassen.

Berliner Ensemble

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Ensemble gegründet und ist eine der bekanntesten Bühnen weltweit. Geprägt wurde es von Bertolt Brecht als „Autorentheater“, in dem aktuelle, politisch relevante Stücke verhandelt werden. Zahlreiche namhafte Theatermacherinnen und Theatermacher wie Peter Zadek, Heiner Müller oder Claus Peymann haben hier gewirkt.