Ausstellungshalle Portikus

Der Portikus in Frankfurt am Main residiert seit 2006 auf der Maininsel. Nachdem der ursprüngliche Standort hinter der Fassade der im Krieg zerstörten Stadtbibliothek im Jahr 2003 aufgegeben werden musste und die Ausstellungen im Leinwandhaus am Dom fortgesetzt wurden, hat die Ausstellungshalle ein dauerhaftes Quartier gefunden.


Der Portikus auf der Maininsel
© Helena Schlichting, Courtesy Portikus

Das neue Gebäude wurde von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler entworfen und befindet sich auf der Maininsel im Zentrum der Stadt. Zur Eröffnung im Mai 2006 wurde das erste Projekt der Reihe „Light Lab“ von Olafur Eliasson unter dem Glasdach des Gebäudes installiert, wo es bei Nacht bereits von außen sichtbar war. Über zwei Jahre hinweg entstanden weitere Lichtinstallationen, die kontinuierlich das Erscheinungsbild des Gebäudes verändert haben.

Der Portikus ist der herausragende Ort für zeitgenössische Kunst in Frankfurt am Main. 1987 gegründet, galt er damals als Deutschlands witzigster und billigster Kunsthallen-Neubau: Hinter das Portal der Stadtbibliothek wurden nach einem Entwurf der ehemaligen Städelschüler Marie-Theres Deutsch und Klaus Dreißigacker einfache Container gestellt. Von den Rudimenten des klassizistischen Bibliotheksgebäudes rührte der Name des originellen Ausstellungsbaus.

Zunächst als Provisorium belächelt, wurde der Portikus als Ausstellungsort für avancierte Positionen der Kunst legendär. In jährlich sechs bis acht Ausstellungen wurden und werden im Portikus, der zur Städelschule gehört, ebenso junge Positionen wie aktuelle Werke etablierter Künstler präsentiert. Die Deutsche Bank Stiftung unterstützt seit 1999 jährlich eine Ausstellung diese Frankfurter Institution, die aufgrund ihres hohen künstlerischen Anspruchs auch international hoch angesehen ist.

2013 ist die Stiftung Patin der Ausstellung des Künstlers John Knight, die vom 04. Mai bis 30. Juni 2013 im Portikus zu sehen ist. 

John Knight gilt als Geheimtipp unter den Konzeptkünstlern. Seit den 1970er-Jahren interveniert der 1945 geborene Kalifornier mit seinen reduzierten Installationen aus Worten, Buchstaben und Logos in Kunsträumen und hinterfragt so die Zusammenhänge zwischen Kunst, Design und der Macht der Institutionen. Jetzt bespielt Knight den Frankfurter Portikus. John Knight wird oft mit dem Begriff ‚Institutional Critique’ in Verbindung gebracht – mit der systematischen Untersuchung der Mechanismen von Kunstinstitutionen, ihren Systemen, Strukturen und Machtgefügen. Jede seiner Arbeit reagiert dabei auf den Ort, an den er eingeladen wird. Bei seinem aktuellen Projekt untersucht Knight die Geschichte und Funktion des Portikus und dessen engen Beziehung zur Städelschule.


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Letzte Änderung: 23. April 2013
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