Noch vor der großen Premiere im Oktober wird am 18. Mai ein Studentenprojekt der Kunstakademie Wladiwostok präsentiert. Ein Jahr lang haben sich Studenten der Musik- und der Theaterfakultät mit dem Stoff des „Don Giovanni“ beschäftigt. Für die Aufführung wird ein seit langem geschlossenes historisches Theatergebäude wieder in Betrieb genommen.
Außerdem findet am 7. Mai in der Philharmonie von Primorye das Konzert „Die Rückkehr der Operndiven“ statt: Helene Schneiderman und Catriona Smith von der Staatsoper Stuttgart kehren nach acht Jahren wieder auf die Wladiwostoker Konzertbühne zurück, um das Publikum mit einem Programm aus Opernarien und Liedern zu verzaubern. Robin Engelen begleitet die beiden Damen am Klavier. Mit dem ersten Besuch der Sängerinnen im Rahmen der "Tage der Stuttgarter Oper in Wladiwostok" im Herbst 2005 begann der Austausch mit dem Fernen Osten Russlands.
Die Geigerin Maria Shalgina wird am 15. Mai ein Konzert auf der Bühne des Puppentheaters von Primorye geben: Die in Berlin lebende Violinistin zeigt ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Bach und Mozart. Gemeinsam mit jungen Musikern aus Wladiwostok studiert sie das g-moll Quartett von Schubert ein. Das Programm wird ergänzt durch Werke von Piazzolla für Akkordeon und Geige.
Vor Beginn des Gesamtprojekts gab es in Wladiwostok kein Opernhaus und keine Erfahrung mit Musiktheater. Für junge Nachwuchsmusikerinnen und -musiker der Stadt ist das Projekt eine Chance, gemeinsam mit deutschen Kollegen auf der Bühne zu stehen und Opernerfahrung zu sammeln. Das Publikum hat die seltene Gelegenheit, Kernstücke des Opernrepertoires in der eigenen Stadt zu erleben. Gleichzeitig tauchen die deutschen Gäste durch die intensive Arbeit vor Ort in eine andere Kultur ein und erleben Russland aus einer individuellen Perspektive.
Im Oktober wird die dritte Mozartoper in Wladiwostok aufgeführt - die Vorbereitungen für "Don Giovanni" laufen bereits
© VladOpera e.V.
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Michael Kupfer als Graf und Natalya Podporinova als Susanna bei der Aufführung von "Figaros Hochzeit" im Oktober 2011
© Sergej Horovitz
Seit dem ersten Besuch von Künstlern der Staatsoper Stuttgart im Fernen Osten im Oktober 2005 hat sich dieses Opernprojekt Schritt für Schritt entwickelt. 2010 hat sich in Stuttgart der gemeinnützige VladOpera e.V. gegründet, um diese Zusammenarbeit auszubauen. Unter der Leitung von Dirigent Robin Engelen (Stuttgart/Bonn) hat sich Regisseur Alexey Veyro (Neue Oper Moskau) mit Musikern und Künstlern vor Ort zusammengeschlossen, um dieses Projekt zu verwirklichen.
Die Deutsche Bank Stiftung fördert dieses Projekt von Beginn an und eröffnet Nachwuchstalenten im Fernen Osten eine Chance, ihren Beruf zu verwirklichen.