Oper im Fernen Osten

Im Oktober 2013 öffnete sich in Wladiwostok der Vorhang zur Premiere der dritten großen Mozartproduktion im Fernen Osten. Nach dem großen Erfolg der „Zauberflöte“ im Jahr 2009 wurde 2011 „Figaros Hochzeit“ gespielt. Im Rahmen des deutsch-russischen Kulturjahres standen für „Don Giovanni“ wieder deutsche und russische Künstler gemeinsam auf der Bühne.

Noch vor der großen Premiere im Oktober wurde am 18. Mai ein Studentenprojekt der Kunstakademie Wladiwostok präsentiert. Ein Jahr lang haben sich Studenten der Musik- und der Theaterfakultät mit dem Stoff des „Don Giovanni“ beschäftigt. Für die Aufführung wurde ein seit langem geschlossenes historisches Theatergebäude wieder in Betrieb genommen.

Außerdem fand am 7. Mai in der Philharmonie von Primorye das Konzert „Die Rückkehr der Operndiven“ statt: Helene Schneiderman und Catriona Smith von der Staatsoper Stuttgart kehrten nach acht Jahren wieder auf die Wladiwostoker Konzertbühne zurück, um das Publikum mit einem Programm aus Opernarien und Liedern zu verzaubern. Robin Engelen begleitete die beiden Damen am Klavier. Mit dem ersten Besuch der Sängerinnen im Rahmen der "Tage der Stuttgarter Oper in Wladiwostok" im Herbst 2005 begann der Austausch mit dem Fernen Osten Russlands.

Die Geigerin Maria Shalgina gab am 15. Mai ein Konzert auf der Bühne des Puppentheaters von Primorye: Die in Berlin lebende Violinistin zeigte ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Bach und Mozart. Gemeinsam mit jungen Musikern aus Wladiwostok studierte sie das g-moll Quartett von Schubert ein. Das Programm wurde ergänzt durch Werke von Piazzolla für Akkordeon und Geige.

Vor Beginn des Gesamtprojekts gab es in Wladiwostok kein Opernhaus und keine Erfahrung mit Musiktheater. Für junge Nachwuchsmusikerinnen und -musiker der Stadt ist das Projekt eine Chance, gemeinsam mit deutschen Kollegen auf der Bühne zu stehen und Opernerfahrung zu sammeln. Das Publikum hat die seltene Gelegenheit, Kernstücke des Opernrepertoires in der eigenen Stadt zu erleben. Gleichzeitig tauchen die deutschen Gäste durch die intensive Arbeit vor Ort in eine andere Kultur ein und erleben Russland aus einer individuellen Perspektive.

Oper im Fernen Osten, © VladOpera e.V
Im Oktober wird die dritte Mozartoper in Wladiwostok aufgeführt - die Vorbereitungen für "Don Giovanni" laufen bereits
© VladOpera e.V.
 


Michael Kupfer als Graf und Natalya Podporinova als Susanna bei der Aufführung von "Figaros Hochzeit" im Oktober 2011
© Sergej Horovitz

Seit dem ersten Besuch von Künstlern der Staatsoper Stuttgart im Fernen Osten im Oktober 2005 hat sich dieses Opernprojekt Schritt für Schritt  entwickelt. 2010 hat sich in Stuttgart der gemeinnützige VladOpera e.V. gegründet, um diese Zusammenarbeit auszubauen. Unter der Leitung von Dirigent Robin Engelen (Stuttgart/Bonn) hat sich Regisseur Alexey Veyro (Neue Oper Moskau) mit Musikern und Künstlern vor Ort zusammengeschlossen, um dieses Projekt zu verwirklichen.

Die Deutsche Bank Stiftung fördert dieses Projekt von Beginn an und eröffnet Nachwuchstalenten im Fernen Osten eine Chance, ihren Beruf zu verwirklichen.


 



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Letzte Änderung: 10. Januar 2017
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