Akademie Musiktheater heute

Gemeinsam zum Ziel: Der Festakt

Als Schlussakkord und zugleich Auftakt eines neuen Akademiejahres, lädt die „Akademie Musiktheater heute“ immer im Herbst zum Festakt ein. Im Rahmen dessen wird der neue Jahrgang herzlich begrüßt und der Abschlussjahrgang verabschiedet. Seit 2006 liegt die künstlerische Gestaltung des Abends vollständig in der Hand des scheidenden Jahrgangs. Dieser präsentiert beim Festakt Einblicke in seine Abschlussproduktion, die in der Regel im darauffolgenden Jahr an einem deutschen Opernhaus zur Uraufführung gebracht wird – in diesem Rahmen hält die Akademie ihr jährliches Alumni und Stipendiatentreffen ab.


Skizzen zu "Tonguecat" - Zeit wurde zur Erinnerung an Wärme


Beim diesjährigen Festakt am Mittwoch, 15. Oktober 204 im Holzfoyer der Oper Frankfurt, erwartete die Gäste ein Abend unter dem Motto „Vereisung-Trauma-Erinnerung“. Die scheidenden Stipendiaten (2012-2014) der von der Deutsche Bank Stiftung initiierten „Akademie Musiktheater heute“ zeigten Skizzen zu „Tonguecat“, inspiriert von Peter Verhelsts gleichnamigem Roman.

Ausgehend vom Roman des 1962 geborenen, flämischen Autors, haben die jungen Musiktheaterschaffenden ein Konzept entwickelt, das nicht nur die Ohren und Augen des Publikums ansprach, sondern den Inhalt physisch erfahrbar machte. Der Abend wurde bereichert durch einen Vortrag. Als Referent konnte Heinrich Graf von Reventlow, Diplom-Psychologe und Leiter der Beratung und Therapie für Flüchtlinge des evangelischen Zentrums für Beratung und Therapie am Weissen Stein in Frankfurt, gewonnen werden, um über das Thema „Traumatisierung“ zu sprechen.


Aufnahme der neuen Stipendiaten
© Deutsche Bank Stiftung / Philipp Ottendörfer

 
Das Produktionsteam

Saskia Bladt (Komposition), Koen Bollen (Dramaturgie), Christoph Breidler (Dirigieren), Matiss Druvins (Kulturmanagement), Sarah Grahneis (Kulturmanagement), Torsten Herrmann (Komposition), Tobias Heyder (Regie), Clemens Jüngling (Dirigieren), Dimana Lateva (Bühnenbild), Catherine Leiter (Kulturmanagement), Martha Teresa Münder (Regie), Daniel Pfluger (Regie), Sammy Van den Heuvel (Bühnenbild)


Mezzosopranistin Riarda Gross
© Deutsche Bank Stiftung / Philipp Ottendörfer


„Zeit wurde zur Erinnerung an Wärme“

Der Fokus in dieser Interpretation von „Tonguecat“ liegt auf dem titelgebenden Charakter, ein Mädchen namens Ulrike – genannt Tonguecat. Verschiedene Stationen ihres Lebens werden verfolgt: die Ermordung der Eltern und die Auslöschung ihrer Heimat durch den barbarischen Titan lapetos und seine Männer; ihren Rachemord an lapetos bis hin zum Ausverkauf Ihrer selbst. Die Menschen in der Geschichte leben in einer Eiszeit. Sie sind paralysiert und auch innerlich erfroren, gar unfähig Emotionen zu empfinden oder sich daran zu erinnern.

Neben dem sehr intimen, privaten Aspekt der Figur Ulrike wird der scheinbar unüberwindliche Kreislauf der Traumatisierung und des Verschiebens von Täter-Opfer-Relationen thematisiert. Es ist eine sehr aktuelle Parabel über größere Weltereignisse wie beispielsweise den Gaza-Konflikt, wo längst die Grenzen zwischen Tätern und Opfern verschwommen sind und beide Parteien sich immer tiefer in den Abgrund stürzen, weil sie nicht ausbrechen können (oder wollen). „Tonguecat“ behandelt ebenso die Auswirkungen von Kriegen, die  auch nachfolgende Generationen durch Erinnerungen oder zerstörte Familienverhältnisse beeinflusst.


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Die Broschüre der
„Akademie Musiktheater heute“


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Letzte Änderung: 6. November 2014
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