Akademie Musiktheater heute

Raum für den Nachwuchs: Besondere Projekte

Der Deutsche Bank Stiftung ist die Förderung des künstlerischen Nachwuchses ein besonderes Anliegen. Mit ihrem Stipendienprogramm „Akademie Musiktheater heute“ schafft sie einen Raum, in dem jungen Künstler verschiedener Sparten nicht nur miteinander diskutieren und sich austauschen, sondern sich auch gemeinsam praktisch erproben können. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die Förderung und Begleitung einer eigenen Musiktheaterproduktion, die von den Stipendiaten des jeweils scheidenden Jahrgangs in Eigenregie auf die Bühne gebracht wird. Hierfür vergibt die Deutsche Bank Stiftung jedes Jahr einen eigenen Kompositionsauftrag. Aber auch durch Kooperationen mit externen Partnern fördert die Akademie die praktische Zusammenarbeit ihrer Stipendiaten.




Oper anders denken

„Wie könnte eine Inszenierung eines Werkes gestaltet sein, die dem Zuschauer unterschiedliche Lesarten eröffnet?“ In Anbetracht der Erkenntnis, dass sich die Interpretation des Regisseurs wie ein Filter vor das aufgeführte Werk schiebt und dabei eine einzige Deutung vorgibt, wobei die Fremdheit, das Historische des Materials sowie das Artifizielle der Musik und des Operngesangs ignoriert wird, hat das Institut für Musiktheater der Kunst-Universität Graz in Kooperation mit verschiedenen Partnern und gefördert von Deutsche Bank Stiftung und Aventis Foundation ein einzigartiges Projekt konzipiert.

Jenseits des derzeit die Musiktheaterszene dominierenden Regie-Theaters sollte der Versuch unternommen werden, die Idee einer Aufführung als mehrdimensional lesbares Ereignis zu realisieren. In einem 2 Jahre andauernden Projekt schufen drei Regieteams, jeweils Kooperationen erfahrener Künstlerinnen und Künstler mit Studierenden und Absolventen aus vier verschiedenen europäischen Kunstausbildungsstätten, drei innovative Versionen der Mozart-Oper „Così fan tutte“. Im Laufe dieses und des Folgemonats kommen die Inszenierungen in Graz und Berlin zur Aufführung.

Das Projekt fußt auf den drei Säulen Entwicklung, Reflexion und Gegenüberstellung. Den theoretischen Rahmen für die reflektierte Betrachtung der Problematik sowie der drei Inszenierungen bildet ein vom 24. - 27. Oktober dieses Jahres stattfindendes Symposium, in dem Fachwissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen das Projekt diskutieren und Ansätze für weiterführende künstlerische Forschungsarbeiten entwerfen werden.
Das Konzept „Oper anders denken“ schließt an den aktuellen Stand der musik- und theaterwissenschaftlichen Forschung zum Thema Performativität an und dient der Offenlegung der Möglichkeiten des Musiktheaters sowie seiner Kontextualisierung in der Gegenwart. Zudem sollen Impulse für neue Diskussionsfragen geliefert werden.

Die Aufführungen der drei Inszenierungen finden am 19., 20. & 21. September im György-Ligeti-Saal der Kunstuniversität Graz sowie am 25., 26. & 27. Oktober in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin statt. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Kulturzeit 3Sat, Sendung vom 28. Oktober 2013



 


Das MUSIKFESTUTTGART 2013 präsentiert unter der Leitung von Kent Nagano eine Komposition von Ulrich Kreppein

Das von der Internationalen Bachakademie veranstaltete MUSIKFESTUTTGART gilt als eines der hochkarätigsten internationalen Klassikfestivals. „Neugier“ lautet das diesjährige Thema des Festivals, das vom 22. August bis 08. September 2013 stattfindet. Die Deutsche Bank Stiftung und die Internationale Bachakademie Stuttgart verbindet eine langjährige Partnerschaft. Erstmals hat die Deutsche Bank Stiftung in diesem Jahr für das Musikfest Stuttgart eine Auftragskomposition vergeben.

Ulrich Kreppein, Alumnus der „Akademie Musiktheater heute“, schuf angelehnt an den Bach’schen Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ ein neues Werk, das am 07. September 2013 unter der Leitung von Kent Nagano uraufgeführt wird. Neben Ulrich Kreppeins neuer Komposition wird das Konzertprogramm durch Werke von Bach, seinem Sohn Carl Philipp Emanuel und Mendelssohn abgerundet.






Uraufführung „Orlando“ am Theater Bielefeld

Unter großem Beifall gaben die Stipendiaten des Jahrgangs 2010-2012 einem der schillerndsten Stoffe der Weltliteratur neue Gestalt. Am Theater Bielefeld brachten sie am 16. Juni 2013 „Orlando“ auf die Bühne.  

Die Uraufführung bot eine Zustandsbeschreibung der menschlichen Existenz, die permanent neu verhandelt werden muss. Orlando ist viel mehr als eine Romanfigur. ORLANDO IST EIN PRINZIP!

Das Suchen und Fragen war Thema der drei Interpretationen, die sich sowohl musikalisch als auch inhaltlich in dreierlei Richtungen entwickelten: Von einer rastlosen, aber rastsuchenden Orlando über das Sein von Abwesenheit bis zu einer revuehaften Geschlechterparodie reichte das Spektrum der Welten. Die Kompositionen changierten gekonnt zwischen »klassischen« Klängen, avantgardistischen Ideen und populären Nummern.

Das Musiktheater ist der ideale Raum, um dem „Prinzip Orlando“ auf die Spur zu kommen. Die Musik hebt die Zeit aus den Angeln, ebenso wie Komplexität und Sinnlichkeit in einer Inszenierung Hand in Hand gehen können.

Der „Mythos Orlando“ beschäftigte schon die großen Geister der Zeit: Ludovico Ariosto schuf ein komplexes Historienepos, musikalisch adaptiert u. a. von Lully und Händel, und Virginia Woolfs Protagonist(in) durchlebt die Zeiten – und die Geschlechter.

Akademie Musiktheater heute © Matthias Stutte

Akademie Musiktheater heute © Matthias Stutte

© Matthias Stutte

Erdacht, konzipiert, komponiert und inszeniert wurde die Trilogie inkl. zweier Intermezzi von den Stipendiaten der „Akademie Musiktheater heute“.

Bereits beim Festakt der Akademie am 30. Oktober 2012 hatten sie einen ersten Einblick in ihre gemeinsame Produktion gewährt.

Festakt 2012 der "Akademie Musiktheater heute", © Deutsche Bank Stiftung / Philipp Ottendörfer
Erste Einblicke in die Produktion von "Orlando“ zeigten die Stipendiaten beim Festakt 2012
© Deutsche Bank Stiftung / Philipp Ottendörfer

 




„Orlando“


Musiktheater in drei Teilen von Vito Žuraj / Martin Grütter / Michael Langemann // Libretto von Alexander Stockinger, Judith Pielsticker und Janine Ortiz

Musikalische Leitung: Aurélien Bello

Inszenierung: Bettina Geyer, Christian Grammel, Michael E. Kleine

Bühne: Aliénor Dauchez, Julia Rommel

Dramaturgie: Janine Ortiz, Judith Pielsticker, Alexander Stockinger

Produktionsleitung: Claudia Isabel Martin

Ein Kooperationsprojekt des Theater Bielefeld und der Deutsche Bank Stiftung

Weitere Termine:
19.06.2013, 22.06.2013, 05.07.2013, 07.07.2013, 14.07.2013









 

Feldversuch: Gewinnung junger Erwachsener für das Musiktheater

Weniger Zuschüsse und sinkende Zuschauerzahlen stellen die deutschen Opernhäuser in naher Zukunft vor neue Herausforderungen (vgl. Studie von TheaterManagement und base4IT AG). Vielerorts haben die Häuser bereits reagiert und insbesondere für Kinder und Jugendliche Vermittlungsprogramme erarbeitet, die das Publikum der Zukunft an das Musiktheater heranführen sollen. Bisher wenig beachtet von Vermittlungskonzepte ist jedoch die Gruppe der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren – doch gerade sie sind im aktuellen Opernpublikum stark unterrepräsentiert.

In einem Kooperationsprojekt haben die Deutsche Bank Stiftung, die Oper Frankfurt, die Camerata Nuova und die Hochschule RheinMain versucht, die Gründe für die Opernabstinenz junger Erwachsener festzustellen und eine entsprechende Handlungsempfehlung für die Oper Frankfurt zu entwickeln.

Studierende des Studiengangs Media Management der Hochschule RheinMain habe hierzu bereits bestehende Studien analysiert und mit Ergebnissen eigener Umfragen zusammengeführt. Insbesondere die Entwicklung und Nutzung zielgruppenspezifischer Veranstaltungsformate und Kommunikationskanäle stellten sich als essentiell für die nachhaltige Erschließung dieses Besuchersegments für das Musiktheater heraus. Den Studierenden standen Mitglieder der „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung beratend zur Seite.

Die vollständige Abschlusspräsentation des Feldversuchs steht hier zum Download bereit.


con moto

con moto –
Die Broschüre der
„Akademie Musiktheater heute“


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Letzte Änderung: 7. November 2013
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