Akademie Musiktheater heute

Jury 2015

Beratung bei der Auswahl der Stipendiaten: Die Juroren
Die Jury setzt sich aus Fachmännern der einzelnen, in der AMH vertretenen Sparten zusammen, die in jährlich wechselnder Besetzung die Bewerber auswählen. Die Stipendiatenauswahl wird beim Festakt im Oktober bekannt gegeben.


©Katrin Schander

Prof. Mark Andre

Sparte: Komposition

Der 1964 in Paris geborene Komponist Mark Andre schafft in seiner Musik existentielle Erfahrungsräume für den Hörer, die von subtilen, minutiös auskomponierten Veränderungsprozessen geprägt sind. „Kartenhäuser des Klangs, die kein Wind umzublasen vermag“ nannte das Hamburger Abendblatt seine ebenso feinen wie konzentrierten Kammermusiken, und auch in seinen Orchester- und Musiktheaterwerken erweist der gläubige Protestant sich als sensibler Klangforscher, geleitet von der spirituellen Dimension des kreativen Prozesses.

Mark Andre hat nach seinem Studium in Frankreich, das er unter anderem am Pariser Conservatoire national supérieur de musique bei Claude Ballif und Gérard Grisey absolvierte, in Deutschland eine neue musikalische Heimat gefunden. Seine Begegnung mit der Musik von Helmut Lachenmann, dessen Partitur für das Klavierkonzert Ausklang ihm eher zufällig in die Hände geraten war, beschreibt er als Offenbarung. In der Folge absolvierte er von 1993 bis 1996 ein weiterführendes Kompositionsstudium bei Lachenmann an der Hochschule für Musik Stuttgart sowie ein Studium der Musikelektronik bei Andre Richard im Experimentalstudio des SWR, und er verlagerte seinen Lebensschwerpunkt nach Deutschland. Hier wurde er schon bald mit Stipendien und Preisen wie dem Kranichsteiner Musikpreis der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (1996), dem 1. Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs Stuttgart (1997) und dem Kompositionspreis der Oper Frankfurt (2001) ausgezeichnet, und 1998 war er erstmals auch als Dozent zu den Darmstädter Ferienkursen eingeladen. 2002 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Besondere Aufmerksamkeit wurde Mark Andre 2004 für die Uraufführung seines von Georges Delnon inszenierten dreiteiligen Musiktheaterwerks ...22,13... bei der Münchener Biennale zuteil. Ähnlich wie der Titel dieses Werkes, der sich auf eine Textstelle im Johannes-Evangelium bezieht, verweist auch der Name seines 2007 komplettierten Triptychons für Orchester auf ein religiöses Thema: In ...auf... , dessen letzter Teil bei den Donaueschinger Musiktagen den Preis des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg erhielt, erforschte Mark Andre den Aspekt des Übergangs, der in der Auferstehung Christi präsent ist. Ein Faible für deutsche Präpositionen als grammatische Funktionselemente des Übergangs zeigt der Wahlberliner, auch in zahlreichen anderen Werktiteln wie den vier zwischen 2001 und 2005 entstandenen Kammermusiken ...durch..., ...zu..., ...in... und ...als...

Bei den Salzburger Festspielen 2013 brachte das Scharoun Ensemble E 2 für Cello und Kontrabass zur Uraufführung. Für die Oper Stuttgart komponierte Mark Andre seine erste Oper wunderzaichen, welche unter der Leitung von Sylvain Cambreling zu einem Höhepunkt der Stuttgarter Saison 2013/2014 wurde. Über einen Zeitraum von sieben Jahren entstanden, begleitet das Werk den in die Gegenwart versetzten ersten deutschen Humanisten Johannes Reuchlin auf seiner Reise nach Israel. Im Mai 2015 hob Carolin Widmann mit großem Erfolg das neue Violinkonzert an beim Kölner Musikfestival ACHT BRÜCKEN aus der Taufe.

Die Saison 2015/16 hält mehrere Uraufführungen von Mark Andre bereit. So wird Jörg Widmann zusammen mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im Rahmen der Donaueschinger Musiktage das Klarinettenkonzert über zu Gehör bringen. Anlässlich des 80. Geburtstags von Helmut Lachenmann entsteht für Christian Dierstein ein Solo für Schlagzeug sowie ein Werk für die Neuen Vocalsolisten Stuttgart und ein Solowerk für Klavier wird dann im Rahmen von Ultraschall 2016 zu hören sein. Weiters arbeitet Mark Andre an einer Trilogie für Ensemblewerke, dessen erstes Werk Riss bereits 2014 vom Ensemble Modern beim Musikfest Frankfurt erfolgreich uraufgeführt wurde. Im Frühjahr 2016 folgt das zweite Werk, interpretiert von der musikFabrik Köln.

Mark Andre ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin sowie der Sächsischen Akademie der Künste und wurde 2011 mit dem Orden Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet. Er lehrt Komposition am Straßburger Konservatorium sowie an der Musikhochschule in Dresden.




©Nina Urban

Georges Delnon 


Sparte: Kulturmanagement

Georges Delnon ist ein Schweizer Regisseur, Theaterintendant und Hochschullehrer. Aufgewachsen in Bern, studierte er Geschichte und Kunstgeschichte an den Universitäten Bern und Fribourg. Komposition und Musiktheorie am Konservatorium Bern. 1985 war er Mitbegründer des „Atelier 20“, einer Gruppe für zeitgenössisches Theater und Musik in Bern. Im Anschluss folgten zahlreiche Inszenierungen, im Musiktheater und im Schauspiel darunter „Carmen“ und „Fledermaus“ an der Oper Frankfurt, „Dido“ in Toulouse, „Rape of Lucretia“ in Düsseldorf und Basel, „Traviata“, „Butterfly“ und „Liebe zu den drei Orangen“ in Dortmund, „Fräulein Julie“ in Essen, „La Griselda“ (Vivaldi) in Genf, „Junge Lord“ (Henze), „Maria Stuart“ und „Ezio“ (Händelfestspiele) in Karlsruhe, „Parsifal“, „Jenufa“ und „Medea“ in Saarbrücken, „Schwarze Spinne“ (Sutermeister), „Das Lachen der Schafe“ (Demierre) und „König für einen Tag“ (Grünauer) in Luzern, „Hofmann`s Erzählungen“ in Hannover.

Darüber hinaus ist Georges Delnon mit Lehraufträgen an zahlreichen Universitäten und Hochschulen tätig. 2003 wurde er zum Ehrenprofessor an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz ernannt.

1996 übernahm er seine erste Intendanz am Theater der Stadt Koblenz und war Mitbegründer der Festungsspiele Koblenz.

Von 1999-2006 wurde er zum Intendanten des Staatstheaters Mainz berufen. Während seiner Intendanz entstanden zahlreiche Regiearbeiten, u.a. Alban Bergs„Lulu“ und die Uraufführung „G“ von Gavin Bryars. Die große Wiedereröffnung nach der vollständigen Sanierung 2001 mit der Oper „Saul“ von G. F. Händel wurde live auf 3Sat übertragen.

Weitere Regiearbeiten in dieser Zeit waren: „Il figlio delle selve“ von Ignaz Holzbauer für die Schwetzinger Festspiele und das Féstival Radio France Montpellier, „Juditha triumphans“ von A.Vivaldi für das Festival Schloss Rheinsberg. Zudem wirkte Georges Delnon als Schauspieler im Film HEIMAT 3 von Edgar Reitz mit. 2004 inszenierte er die Uraufführung „22,13“ von Mark André für die Münchener Biennale, die auch in Mainz und auf dem Festival d’Automne à Paris in der Opéra National de Paris gezeigt wurde. 2005 und 2006 brachte er die Uraufführung „Zaubern“ von Frederik Zeller und die Barockoper „Proserpina“ von Joseph Martin Kraus für die Schwetzinger Festspiele auf die Bühne.

Mit der Spielzeit 2006/2007 wurde Georges Delnon als Direktor ans Theater Basel, dem größten Dreispartenhaus der Schweiz, berufen. In dieser Zeit entstanden weitere Regiearbeiten: 2007„Der Alte vom Berg“ von Bernhard Lang (UA) für die Schwetzinger Festspiele in Koproduktion mit dem Theater Basel, 2008 die Uraufführung „hellhörig“ von Carola Bauckholt. für die Münchener Biennale, 2010 die Inszenierung der Uraufführung „Maldoror“ von Philipp Maintz für die Münchener Biennale, „Alexanderfest“ von Georg Friedrich Händel für das Theater Basel und die TV Regie für „Aida am Rhein“ von Giuseppe Verdi, die live im Schweizer Fernsehen und auf 3Sat ausgestrahlt wurde. 2012 inszenierte er die Uraufführung von Alfred Zimmerlins Musiktheater „Das Licht“ für Lucerne Festival, 2013 „Anschlag“ ebenfalls für Lucerne Festival in Zusammenarbeit mit dem Theater Basel.

Seit 2009 ist Georges Delnon Künstlerischer Leiter des Musiktheaters der Schwetzinger SWR Festspiele.

Mit der Spielzeit 2015/16 ist er Intendant der Staatsoper Hamburg.
 


©Jochen Klenk

Sebastian Hannak


Sparte: Bühnen- und Kostümbild

Sebastian Hannak studierte Bühnen- und Kostümbild an der Kunstakademie Stuttgart bei Jürgen Rose und Martin Zehetgruber. Währenddessen verbrachte er einen Arbeitsaufenthalt bei David Hockney in Los Angeles und war als Assistent und Mitarbeiter in Darmstadt, Hamburg und Zürich u. a. bei Klaus- Michael Grüber, John Neumeier und Johann Kresnik tätig.
Seine Raumgestaltungen für Oper, Schauspiel, Tanztheater und Ballett führen Ihn an namhafte Häuser im deutschsprachigen Raum u. a. an das Forum Neues Musiktheater der Staatsoper Stuttgart unter Klaus Zehelein, wo er verschiedene Uraufführungen erarbeitete, an das Staatsballett unter Birgit Keil des Staatstheater Karlsruhe, wo er das Ballett MOMO von Tim Plegge und den dreiteiligen Ballettabend Mythos erarbeitete, dem Hessischen Staatsballett unter Tim Plegge, mit dem er Aschenputtel erarbeitete, sowie zu der Tanzkooperation pvc unter Joachim Schloemer, bei der das Tanzstück Louder! can you hear me von Eun-Me Ahn von arte im Format Tanzfilm produziert wurde.
 
Weitere Arbeiten u.a. in Berlin, Bonn, Staatstheater Braunschweig, Oper Dortmund (Hamlet/Jost, 2011), Schauspiel Frankfurt, Freiburg, Heidelberg ( Polifemo, 2012, La Boheme, 2007), Oper Halle ( Phaedra/ Henze, 2015, Arabische Nacht/Jost, 2009), Staatstheater Karlsruhe (Glasperlenspiel, Mythos, Gas I und II, eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen, 2014, MOMO, Jakob der Lügner, 2012), Konstanz, Nationaltheater Mannheim (Hoffmanns Erzählungen, 2010), München (Faust, 2008/ Fairy Queen, 2009), Osnabrück, Staatstheater Saarbrücken (Leben des Galilei, 2015), Staatsoper Stuttgart, Landestheater Salzburg, Regensburg und Zürich. Zusammenarbeit u. a. mit den Regisseuren Christof Nel, Martin Nimz, Florian Lutz, Hansgünther Heyme, Tim Plegge, Reginaldo Oliveira, Jörg Mannes, Eun-me Ahn, Marie Bues, Michael v. z. Mühlen, Simon Solberg, Thomas Krupa.
 
Sebastian Hannaks Arbeiten wurden mehrfach zum Raum des Jahres nominiert und ausgestellt, u. a. auf der Prager Quadriennale im deutschen Pavillon. 2005-07 war er Stipendiat der Akademie Musiktheater Heute, seit 2015 ist er dort als Alumnibeirat tätig. 2008 gestaltete Sebastian Hannak die Titelseiten der Fachzeitschrift Die deutsche Bühne und veröffentlichte einen Beitrag im Schwerpunktheft „Opernrecycling“. Zudem engagiert er sich in verschiedenen Gremien für Szenografie und veröffentlicht regelmäßig Textbeiträge in Fachzeitschriften und hält Vorträge. 2015 Vortrag an der Uni Stuttgart Mechanik der Erinnerung. In der Fachzeitschrift Bühnentechnische Rundschau veröffentlichte er 2015 im Sonderband Bühnenbild einen Beitrag zu dem Raum für Phaedra, 2014 zu Gas I und II, 2010 zu Hoffmanns Erzählungen, 2006 zu dem Musiktheater fremd. Zudem editiert er eigene Bücher.
Sebastian Hannak ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt und arbeitet in Heidelberg.

Stefan Herheim

Sparte: Regie

Nach einer Cello-Ausbildung und vielfachen Tätigkeiten im Bereich Oper, Musical und Marionettentheater in seiner Heimatstadt Oslo ging Stefan Herheim 1994 an die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, wo er das Musiktheaterregie-Diplomstudium unter Prof. Götz Friedrich 1999 mit einer Inszenierung von Die Zauberflöte abschloss. Unmittelbar danach wurde er mit der Regie für Werke von Mozart, Verdi und Wagner an staatlichen Bühnen in Deutschland und Österreich sowie in den skandinavischen und baltischen Staaten betraut. Im Jahr 2002 erhielt Herheim den Götz-Friedrich-Preis; bereits ein Jahr später wurden die Salzburger Festspiele mit seiner umstrittenen Deutung von Die Entführung aus dem Serail eröffnet. Seitdem arbeitet der in Berlin wohnhafte Norweger an Europas größten Opernhäusern und gibt Regieunterricht an mehreren Hochschulen.
 Zu seinen größten Erfolgen gehören u.a. Giulio Cesare, Tannhäuser und La bohème in Oslo, Don Giovanni in Essen, Lohengrin und Xerxes in Berlin, Der Rosenkavalier in Stuttgart, Rusalka in Brüssel, Graz, Dresden und Barcelona, Eugen Onegin in Amsterdam, Salome bei den Salzburger Osterfestspielen, Lulu in Kopenhagen, Oslo und Dresden sowie Parsifal bei den Bayreuther Festspielen.
 Von der barocken Oper bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater spannt sich das Repertoire, das Stefan Herheim unter der musikalischen Leitung von u.a. Ivor Bolton, Stefan Soltesz, Michael Gielen, Andris Nelsons, Daniel Barenboim, Daniele Gatti, Adam Fischer, Michael Boder, Mariss Jansons und Simon Rattle erfolgreich inszenierte. Er zählt heute zu den weltweit gefragtesten Opernregisseuren seiner Generation und wurde bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt dreimal zum „Regisseur des Jahres“ gewählt, u.a. für seine Inszenierung von Parsifal bei den Bayreuther Festspielen.


©Felix Broede

Marc Piollet 


Sparte: Dirigieren

Der 1962 in Paris geborene Dirigent Marc Piollet studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Meisterkurse bei John Eliot Gardiner, Michael Gielen und Kurt Masur prägten seinen Werdegang. 1995 war er alleiniger Preisträger beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Nach Stationen als Erster Kapellmeister beim Philharmonischen Staatsorchester Halle und am Staatstheater Kassel war er 2003 bis 2005 Musikdirektor an der Volksoper Wien. Von 2004 bis 2012 feierte er als Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden große Erfolge mit Wagners komplettem Ring und Neuinszenierungen von Don Carlos, Elektra, Falstaff, Faust, Fidelio, Freischütz, Idomeneo, La Bohème, Lohengrin, Lulu, Rigoletto, Rosenkavalier, Salome, Simon Boccanegra, Tristan und Isolde und Tosca.
 
Gastengagements führen Marc Piollet an bedeutende Opernhäuser, darunter das Königliche Theater Kopenhagen (La Bohème mit Anna Netrebko als Mimi), die Opéra National de Paris (Il barbiere di Siviglia, Les Contes d'Hoffmann mit Rolando Villazón in der Titelrolle), das Staatstheater Stuttgart (Jenufa, Herzog Blaubarts Burg und Erwartung) und die Wiener Staatsoper (Il barbiere di Siviglia). Am Gran Teatre del Liceu in Barcelona dirigierte er Carmen in einer Inszenierung von Calixto Bieito; die Produktion wurde bei Unitel Classica/C major auf DVD veröffentlicht. 2012 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper im Rahmen der Münchner Opernfestspiele mit Les Contes d'Hoffmann. In der darauffolgenden Saison eröffnete er die Spielzeit am legendären Teatro Colón in Buenos Aires mit Carmen. Zu Beginn der Spielzeit 2013/2014 dirigierte er Dietrich Hilsdorfs vielbeachtete Neuinszenierung von Eugen Onegin an der Oper Köln und gab im Juni 2014 sein umjubeltes Operndebüt in den USA an der Cincinnati Opera (Carmen). In der laufenden Saison gastiert er mit Don Giovanni am Teatro Colón und an der Deutschen Oper am Rhein, wo er darüber hinaus auch Carmen dirigieren wird. Am Gran Teatre del Liceu leitet er La Bohème in einer Inszenierung von Jonathan Miller und wird mit diesem Werk auch an der Wiener Volksoper zu erleben sein.
 
Seit einigen Jahren verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Teatro Real in Madrid. Dort gastierte er mit Massenets Don Quichotte und C(h)oeurs, einer Produktion des belgischen Choreographen Alain Platel mit Musik von Giuseppe Verdi und Richard Wagner. Tourneegastspiele mit C(h)oeurs folgten im Concertgebouw in Brügge, am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim Holland Festival sowie im Festspielhaus St. Pölten. 2013/2014 dirigierte er am Teatro Real zwei Neuproduktionen: während der Proben für L'elisir d'amore bat ihn Gérard Mortier noch zusätzlich das Dirigat in Peter Sellars spektakulärer Inszenierung von Tristan und Isolde zu übernehmen.
 
Neben seinen Opernerfolgen ist Marc Piollet auch für das symphonische Repertoire sehr gefragt und konzertiert weltweit mit renommierten Orchestern, darunter u. a. das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre National de Lyon, die Münchner Philharmoniker und das Tokyo Symphony Orchestra. Nach seinem gefeierten Debüt beim Orchestre Symphonique de Montréal 2011 wurde er sofort für die nächste Spielzeit wieder eingeladen und begeisterte das kanadische Publikum bei seiner Rückkehr mit der von ihm selbst zusammengestellten symphonischen Suite aus Wagners Götterdämmerung. 2012 leitete er im Festspielhaus Baden-Baden ein Beethoven-Programm mit Lang Lang und dem Mozarteumorchester Salzburg. Mit Annette Dasch verbindet Marc Piollet eine enge künstlerische Zusammenarbeit: bei Sony erschien eine Einspielung mit Mozart-Arien gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin, zu erwähnen sind ebenfalls Tourneen zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester sowie die gemeinsame Produktion "Die Gretchenfrage", die im September 2014 bei EuroArts auf DVD und Blu-ray erschien. Im Frühjahr 2014 debütierte er in China mit dem Guangzhou Symphony Orchestra und dem China Philharmonic Orchestra. Mit Piotr Beczała gestaltete er Operngalas am Teatro Real, beim Festival Castell de Peralada  sowie bei den Regensburger Thurn und Taxis Schlossfestspielen und wird mit ihm zur Jahreswende gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester in der Tonhalle Zürich und im KKL Luzern gastieren. Weitere Konzertengagements in der Spielzeit 2015/2016 führen ihn u. a. zum Atlanta Symphony Orchestra, zum Sinfonieorchester Basel, zum Belgrade Philharmonic Orchestra und zu den Stuttgarter Philharmonikern.
 
Seit vielen Jahren engagiert sich Marc Piollet intensiv für den Orchesternachwuchs, so leitet er u. a. regelmäßig Arbeitsphasen der von ihm noch während seiner Studienzeit gegründeten Jungen Sinfonie Berlin. In seiner Amtszeit als Wiesbadener Generalmusikdirektor setzte er sich tatkräftig für die Gründung der Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden ein; seit 2010 können dort talentierte junge Musiker wertvolle Orchestererfahrungen sammeln.
 
Weitere Informationen über Marc Piollet finden Sie unter www.marcpiollet.com.

Jens Schroth 


Sparte: Dramaturgie

Jens Schroth, Jahrgang 1973, studierte Musiktheorie, Neue Medien und Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Matthias Hermann, Helmut Lachenmann und Marco Stroppa. Nach seinem Studium unterrichtete er dort Analyse Neuer Musik und Tonsatz. Gleichzeitig arbeitete er vor allem in interdisziplinären Bereichen, so mit dem Bildhauer Matthias Kunisch, den Architekten Peter Ippolito und Elke Banabak. Von 2002 bis 2006 war Jens Schroth in der Dramaturgie der Staatsoper Stuttgart tätig, wobei der Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik lag. Er betreute als Dramaturg oder Co-Dramaturg unter anderem Opernproduktionen u. a. von Andrea Breth, Christof Nel, Nigel Lowery und Manfred Weiß sowie Ballettproduktionen von Hans Kresnik, Christian Spuck und Nina Kurzeja. Zudem betreute er Uraufführungen von Gérard Pesson, Youghi Pagh-Paan und Lucia Ronchetti. In der von ihm künstlerisch geleiteten Konzertreihe „Dialoge“ wurden zahlreiche Kompositionen uraufgeführt (u.a. von Oliver Frick, Sebastian Claren, Achim Bornhoeft oder Jörg Mainka). Die von ihm betreute Opernproduktion Simplicius Simplicissimus von Karl Amadeus Hertmann wurde auf DVD produziert worden und eröffnete die Münchener Opernfestspiele 2005. Während dieser Zeit unterrichtete er Operndramaturgie am Opernstudio der Musikhochschule Karlsruhe. Seit 2006 ist Jens Schroth Dramaturg an der Oper unter den Linden in Berlin.

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Letzte Änderung: 18. Januar 2016
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