Selam Opera!

Rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands hat einen Migrationshintergrund. Kulturinstitutionen müssen sich dieser Gegebenheit stellen und Wege finden, auch dieser Bevölkerungsgruppe Zugang zur Kultur zu ermöglichen.



Hier setzt die Komische Oper Berlin in ihrem traditionellen Selbstverständnis als „Opernhaus für alle“ an. Als Vorreiterin im deutschsprachigen Raum wendet sie sich unter dem Motto „Selam Opera!“ seit 2012 gezielt an ein türkischstämmiges Publikum und lädt es ein, das Musiktheater unabhängig von sprachlichen und kulturellen Barrieren zu entdecken.

Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper, beschreibt das Projekt: „Ein Opernhaus im 21. Jahrhundert muss ein besonderer, offener Ort sein, vor allem in einer vielfältigen Stadt wie Berlin. Daher ist es mir wichtig, dass das Publikum der Komischen Oper Berlin genauso bunt wie die Stadt ist, in der wir leben. Wir möchten alle Menschen für Musiktheater begeistern, unabhängig von Alter, sozialer oder kultureller Herkunft. Mit unserem interkulturellen Projekt ‚Selam Opera‘ laden wir insbesondere auch Menschen mit türkischen Wurzeln ein, die fantastische Welt der Oper zu erkunden!“ 
 

v.l.n.r.: Juri Tarasenok, Johannes Dunz, Julia Domke, Andreas Bräutigam, Arnulf Ballhorn
© robert-recker.de

Als bundesweit erstes Opernhaus installierte deshalb die Komische Oper eine Übersetzungsanlage, auf der sich die Operntexte neben Deutsch, Französisch und Englisch auch auf Türkisch verfolgen lassen. Mit zielgruppenspezifischen Vermittlungsangeboten werden darüber hinaus insbesondere Kinder und Jugendliche an die Kunstform Oper herangeführt. Außerdem wendet sich das Berliner Haus an türkischstämmige Familien, Senioren und Unternehmer, die es mit entsprechenden Formaten anspricht. Abgerundet wird das innovative Projekt durch intensive Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, um die Bekanntheit der Inhalte von „Selam Opera!“ zu steigern. So erreicht die Komische Oper mehr und mehr Mitglieder der türkischen Community der Stadt und sendet ein wichtiges integratives Signal.


Vorletzte Station in Istanbul im Moda Sahnesi. Johannes Dunz bei seinem ersten Auftritt zu Beginn des Stückes .
© Enis Yücel

Im April 2013 erfuhr „Selam Opera!“ mit dem „Operndolmuş“ eine weitere erfolgreiche Erweiterung. „Dolmuş“ nennt man in der Türkei Sammeltaxis. Der mit zwei Mitgliedern des Gesangsensembles, drei Musikern und einer Dramaturgin der Komischen Oper Berlin besetzte Bus fährt Begegnungsstätten, Seniorenheime, Migrantenorganisationen oder auch Bildungseinrichtungen in Stadtteilen mit einem besonders hohen Anteil an Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen an.

Im Sommer 2016 fuhr der „Operndolmuş“ die sogenannte „Gastarbeiterroute“ in umgekehrter Richtung. Von Berlin über München, Wien, Belgrad, Sofia bis nach Istanbul. Eine Reise, die auch heute noch abenteuerlich ist. In allen Städten wurden in Kultureinrichtungen Konzerte mit anschließender Diskussion veranstaltet. Das Thema „Reise in die alte Heimat“ ließ viele  Besucherinnen und Besucher an ihre Kindheit erinnern, als man eben auf dieser Route mit der Familie in den Urlaub in die Türkei fuhr. 

Die Deutsche Bank Stiftung engagiert sich für „Selam Opera!“, um kulturelle Bildung und Teilhabe zu fördern sowie das Musiktheater als Ort des lebendigen Austauschs sichtbar zu machen.



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Letzte Änderung: 29. November 2016
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