opernSTART
Integration mit Puccini
opernSTART eröffnet jungen Zuwanderern neue kulturelle Erfahrungsräume
Der erste opernSTART-Workshop fand im April am Oldenburgischen Staatstheater statt. 17 Schülerinnen und Schüler aus zehn Herkunfts-ländern haben sich bei dem zweitägigen Workshop auf die Spur von „Madama Butterfly“ begeben: Im Zentrum von Puccinis tragischer Liebesgeschichte steht die mittellose aber schöne Japanerin Cio-Cio-San, die der reiche Amerikaner Pinkerton zum Schein heiratet und nach kurzer Zeit wieder verlässt. Cio-Cio-Sans Geschichte erinnert an viele arme Länder, in denen junge Frauen alles in ihr einziges Kapital – ihre Schönheit – inves-tieren, um im "Goldenen Westen" ihr Glück zu suchen. Die über 100 Jahre alte Geschichte erscheint in dieser Interpretation sehr aktuell.
© Photo: Veit Mette
Inhaltlich dreht sich bei „Madama Butterfly“ vieles um kulturelle Konflikte und interkulturellen Dialog, und somit um Themen, die den Jugendlichen aus ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und Identität vertraut sind. opernSTART vermittelt den Stipendiaten die Institution „Oper“ darüber hinaus als Ort des interkulturellen Austauschs: In den meisten Produktionen arbeiten Sänger, Regisseure und Musiker unterschiedlicher Nationalitäten intensiv zusammen und überzeugen mit künstlerischer Spitzenleistung.
© Photo: Veit Mette
An der Oper Frankfurt hat im Oktober der zweite opernSTART-Workshop stattgefunden: 20 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Herkunfts-ländern haben sich dort Mozarts Oper „La Clemenza di Tito“ erarbeitet.
Für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es der erste Besuch eines klassischen Opern-abends. Die zweitägigen Workshops ermöglichen den Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren ungewohnte Einblicke in das Innenleben des Opernbetriebs. Bei einer Führung durch Bühnen- und Kostümwerkstätten und Orchester-graben können die Stipendiaten sehen, was vor und hinter der Bühne passiert. Sie lernen in persönlichen Gesprächen verschiedene Berufe wie den des Sängers, des Betriebsdirektors und des Regieassistenten kennen und erfahren in der Diskussion mit ihnen, wie Oper gemacht wird.
Durchgeführt werden die Workshops von der START-Stiftung gemeinsam mit der renommierten „Akademie Musiktheater heute“, einer Initiative der Deutsche Bank Stiftung für junge Führungskräfte der Oper. Stipendiaten und Alumni der „Akademie Musiktheater heute“ leiten die Workshops und ermöglichen den Jugendlichen Einblicke in die Arbeit an der Oper. In den szenischen Workshops mit einer Theaterpädagogin können die Jugendlichen Oper durch eigenes Ausprobieren hautnah erleben. „Besonders gut gefallen hat mir die Kombination von Workshop und Opernbesuch, denn durch die gute inhaltliche Vorbereitung hat sich eine so große Vorfreude auf die Vorstellung entwickelt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, häufiger die Oper zu besuchen“, berichtet eine Stipendiatin über opernSTART. Die nächsten Workshops finden in der ersten Jahreshälfte 2010 am Deutschen Nationaltheater Weimar, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg und an der Staatsoper Hannover statt.
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